Ex-Postchef 20 Millionen Euro Pension für Zumwinkel

Ex-Postchef Klaus Zumwinkel hat sich laut Medienberichten seine gesamten Pensionsansprüche auszahlen lassen - insgesamt rund 20 Millionen Euro. Der wegen Steuerhinterziehung zu einer Bewährungsstrafe Verurteilte verteidigt sein Vorgehen, kommt an seinem neuen Hauptwohnsitz am Gardasee aber nicht zur Ruhe.

Bonn - Zumwinkel habe keine Ansprüche mehr gegenüber der Deutschen Post , heißt es in dem aktuellen Geschäftsbericht des Unternehmens. Die Summe wurde darin zwar nicht genau beziffert, lässt sich aber aus dem Geschäftsbericht erschließen, schreibt die "Börsen-Zeitung". Der Bonner Konzern wollte die Zahl am Freitag auf Anfrage nicht kommentieren.

Zumwinkel erhielt außerdem laut Geschäftsbericht für die zwei Monate seiner Tätigkeit im Jahr 2008 Bezüge von insgesamt 714.045 Euro. Darunter war eine Bonuszahlung von 480.184 Euro. Außerdem erhielt er Aktienoptionen mit einem sogenannten Zeitwert von mehr als einer Million Euro. Zum Vergleich: Das Jahresgehalt von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) liegt bei rund 250.000 Euro.

Damit war Zumwinkel aus dem aktiven Vorstand der einzige, der einen Bonus für 2008 erhielt. Die anderen Vorstände, darunter sein Nachfolger Frank Appel, hatten angesichts eines Milliarden-Jahresverlusts auf Boni verzichtet.

Zumwinkel hat die Auszahlung seiner gesamten Pensionsansprüche in Millionenhöhe gerechtfertigt. "Ich bin doch nicht der einzige, der sich seine Rente frühzeitig ausbezahlen lässt", sagte Zumwinkel der Zeitung "Bild am Sonntag". "In meinem Arbeitsvertrag war die Wahlmöglichkeit vorgesehen und ich habe die Möglichkeit der Kapitalbasis wahrgenommen." Das sei bei der Post ein ganz normaler Vorgang." Zumwinkel soll von der Post 20 Millionen Euro Pensionsansprüche ausbezahlt bekommen haben. Dies hat teils heftige Kritik und Empörung am Managerverhalten ausgelöst.

Razzia wegen Spitzelaffäre bei der Telekom

Unterdessen sind im Zuge der Ermittlungen zur Bespitzelungsaffäre bei der Telekom in einer Razzia Wohnungen von Ex-Telekom- Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel und dem früheren Telekom- Vorstandschef Kai-Uwe Ricke durchsucht worden. Das bestätigte der Sprecher der Bonner Staatsanwaltschaft, Fred Apostel, am Freitag.

Die Razzien fanden nach Apostels Angaben am neuen Wohnsitz Zumwinkels, in einer Burg in Italien, sowie an Rickes Wohnsitz in der Schweiz statt. Außerdem habe es an einem weiteren Aufenthaltsort Rickes in Deutschland eine Durchsuchung gegeben. Die Aktion habe am Mittwoch stattgefunden. Das Material müsse noch ausgewertet werden.

Die Bonner Staatsanwaltschaft ermittelt seit fast einem Jahr gegen Zumwinkel und Ricke wegen möglicher Verstöße gegen das Bundesdatenschutzgesetz und gegen das Fernmeldegeheimnis. Dabei geht es um die illegale Überprüfung von Telefonverbindungen von Aufsichtsräten und Journalisten.

manager-magazin.de mit Material von dpa

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.