Allianz-Vorstand Boni trotz Milliardenverlust

Die Münchener Allianz hat den zweiten Verlust in der Konzerngeschichte eingefahren. Der Vorstand bekommt dennoch Erfolgsprämien für 2008. Ähnlich wie bei der Münchener Rück fallen die erfolgsorientierten Zahlenungen zwar niedriger aus, aber es bleibt immer noch ein Millionenbetrag übrig.

München - Die Vorstandsmitglieder der Allianz  haben für das vergangene Jahr 7,2 Millionen Euro an Erfolgsprämien bekommen, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht der Allianz hervorgeht. Ihre Boni haben sich im Vergleich zum Vorjahr allerdings halbiert.

Die elf Vorstände wurden im vergangenen Jahr insgesamt mit 26,3 Millionen Euro entlohnt, ein Drittel weniger als noch im Jahr zuvor. Topverdiener war Vorstandschef Michael Diekmann, der sich aber mit 3,8 Millionen Euro begnügen musste. Im Vorjahr hatte er noch 5,2 Millionen Euro verdient. Der Anfang des Jahres aus dem Vorstand ausgeschiedene frühere Dresdner-Bank-Chef Herbert Walter musste sich 2008 mit 1,06 Millionen Euro und damit fast zwei Drittel weniger als 2007 zufriedengeben. Er erhält allerdings zudem für die vorzeitige Auflösung seines Arbeitsvertrags eine Abfindung von knapp 3,6 Millionen Euro.

Die Dresdner Bank war mit einem Minus von 6,4 Milliarden Euro der Grund für den zweiten Jahresverlust des größten europäischen Versicherers in seiner 119-jährigen Geschichte. 2008 hatte der Versicherer ein Minus von 2,4 Milliarden Euro eingefahren.

Eine Prognose für das laufende Jahr wagt der Versicherer angesichts der anhaltenden Verwerfungen an den internationalen Kapitalmärkten weiterhin nicht. "Wir befinden uns im schwersten wirtschaftlichen Abschwung seit Jahrzehnten, und in diesem Umfeld ist eine verlässliche Ergebnisprognose für 2009 nicht möglich", hieß es in dem Geschäftsbericht.

Münchener Rück: Boni fallen um 60 Prozent auf 2,5 Millionen Euro

Bei der Münchener Rück wurde der Jahresbonus für die acht Vorstandsmitglieder 2008 unterdessen um fast 60 Prozent auf 2,5 Millionen Euro zusammengestrichen, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht.

Im vergangenen Jahr verdienten die Führungskräfte des weltgrößten Rückversicherers damit zusammen 10,7 (2007: 16,9) Millionen Euro. Das Gehalt von Vorstandschef Nikolaus von Bomhard schrumpfte auf 2,2 von 4,1 Millionen Euro.

In diesem Jahr werden allerdings 7,9 Millionen Euro Boni an die Vorstände für die Jahre 2006 und 2007 ausgezahlt, die sich am längerfristigen Erfolg orientieren.

Viele Kreditinstitute haben angesichts hoher Verluste in der Finanzkrise für 2008 keine Boni gezahlt. Sonderboni von 11,9 Millionen Euro für die Vorstände der Postbank wegen des Teilverkaufs an die Deutsche Bank  hatten in dieser Woche in der Politik für Empörung gesorgt.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa