Volkswagen Vorstand verdreifacht Gehälter

Die Vorstände von Volkswagen haben wegen des Kursanstiegs der VW-Aktie 2008 mit 45,4 Millionen Euro knapp drei Mal so viel verdient wie im Vorjahr. Allein Martin Winterkorn kassierte 12,7 Millionen Euro. Finanzchef Hans Dieter Pötsch und Francisco Garcia Sanz, Vorstand für Beschaffung, verdienten jeweils 9,5 Millionen Euro.

Wolfsburg - Vor allem aufgrund ausgeübter Aktienoptionen stiegen die Einkünfte von Firmenchef Martin Winterkorn auf 12,7 (Vorjahr: 5,1) Millionen Euro, wie aus dem am Donnerstag vorgelegten Geschäftsbericht hervorgeht. Die Bezüge von Finanzchef Hans Dieter Pötsch erhöhten sich auf 9,5 (2,7) Millionen Euro. Beschaffungsvorstand Francisco Garcia Sanz verdiente 9,5 (2,9), Produktionsvorstand Jochem Heizmann 6,9 (2,6) und Personalvorstand Horst Neumann 6,8 (2,7) Millionen Euro.

Insgesamt erhielt die VW-Führungsriege mit 45,4 (16,5) Millionen Euro knapp drei Mal so viel wie im Vorjahr. Davon entfielen 5,3 Millionen auf fixe Gehaltskomponenten. 12,5 Millionen Euro entfielen auf - angesichts der Gewinnsteigerung hohe - variable Komponenten sowie 27,5 Millionen Euro auf ausgeübte Aktienoptionen. Die Manager profitierten dabei von dem im Zuge des Porsche-Einstiegs auf nie gekannte Höhen gestiegenen VW-Aktienkurs im Herbst vergangenen Jahres.

Damals erlebte der Volkswagen-Anteilsschein  einen von Spekulanten ausgelösten Höhenflug, der die Aktie auf bis zu einem Kurswert von 1000 Euro trieb. Die Topmanager verkauften ihre über Aktienoptionspläne bezogenen Anteilsscheine mit hohen Gewinnen. Am Donnerstag lag die VW-Aktie bei 212 Euro.

Aktienoptionen gehören bei VW wie bei anderen Konzernen zur Vergütung des Managements. Die verkauften Optionen stammen aus mehreren Tranchen der Jahre 2006 und früher. Die fünf Mitglieder des Konzernvorstandes hatten nach dem Verkauf 2,5 Millionen Euro an die Bürgerstiftung Wolfsburg gespendet. Mit dem Geld sollen Kinder in Wolfsburg gefördert werden.

Die einfache VW-Belegschaft kann sich auch über einen höheren Bonus freuen: Jeder tarifliche Mitarbeiter bekommt 4.100 Euro, das sind 400 Euro mehr als im Jahr zuvor. Betriebsratschef Bernd Osterloh sagte am Donnerstag: "Die Belegschaften haben im vergangenen Jahr gemeinsam mit dem Management eine Topleistung für das Unternehmen und den gesamten Konzern erbracht." Die Beteiligung ist der leistungsbezogene Bestandteil des Entgelts bei VW und orientiert sich am Unternehmensgewinn.

"Die Erhöhung der Bezüge war maßvoll und angemessen", sagte Personalvorstand Neumann. Mit ihren Bezügen lägen die VW-Vorstände im Vergleich zu anderen deutschen Unternehmen nicht an der Spitze, aber im oberen Drittel. Die Volkswagen-Aufsichtsräte strichen insgesamt 4,6 (4,3) Millionen Euro ein, wobei Chefkontrolleur Ferdinand Piech 467.000 (437.500) Euro erhielt.

Sein Nettoergebnis hatte Volkswagenim abgelaufenen Jahr um 14 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro gesteigert.

manager-magazin.de mit Material von reuters und ap

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