Managergehälter Absage an "Kungelrunden"

Die ersten Schritte zur Begrenzung von Managergehältern sind getan. Das Bundeskabinett billigte den vergangene Woche ausgehandelten Kompromiss. Jetzt stehen Spitzengehälter auf der Kippe, wenn das Unternehmen in Schwierigkeiten gerät.

Berlin - Die Bundesregierung hat nach monatelangen Diskussionen neue Regeln zur Begrenzung der Managergehälter beschlossen. Das Kabinett setzte am Mittwoch nach Angaben aus Regierungskreisen den vor einer Woche erzielten Kompromiss der Koalitionspartner um. Damit sollen die Bezüge der Führungskräfte stärker an der langfristigen Unternehmensentwicklung ausgerichtet werden.

"Wir stehen in der Politik zur Zeit vor der Aufgabe, den Schaden, den Manager am Finanzmarkt angerichtet haben, im Gemeinwohlinteresse so gut es geht zu begrenzen", sagte Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD). In vielen Unternehmen sei in der Vergangenheit zu stark auf das Erreichen kurzfristiger Parameter - wie etwa Umsatzzahlen oder Börsenkurse zu bestimmten Stichtagen - geschaut worden. Das langfristige Wohlergehen des Unternehmens sei dabei aus dem Blick geraten.

Der Aufsichtsrat soll künftig als komplettes Gremium die Vorstandsgehälter festsetzen. Damit sollen "Kungelrunden" ausgeschaltet werden. Die Haftung für Aufsichtsräte soll generell verschärft und die Offenlegung der Vergütungen verbessert werden. Bei schlechter Entwicklung des Unternehmens kann künftig die Vergütung der Manager auch während der Vertragslaufzeit vom Aufsichtsrat gekürzt werden.

Unterlässt der Aufsichtsrat das, können seine Mitglieder dafür persönlich haftbar gemacht werden. Aktienoptionen der Manager sollen künftig erst nach vier und nicht mehr nach zwei Jahren ausgeübt werden dürfen. Die Firmenspitzen sollen dadurch motiviert werden, sich stärker als bisher für den langfristigen Erfolg ihrer Firma einzusetzen. Aktienoptionen sind oft Teil der Vergütungen des Spitzenmanagements. Schließlich sollen Vorstandsgehälter individualisierter als bisher veröffentlicht und auch Pensionsleistungen offengelegt werden.

Im Laufe des Gesetzgebungsverfahrens könnten noch weitere Verschärfungen einfließen. Die Wirtschaft hat eine Orientierung am langfristigen Erfolg überwiegend als richtig bezeichnet, aber grundsätzliche Bedenken angemeldet, Vergütungsfragen staatlich über Gesetze zu regeln.

manager-magazin.de mit Material von reuters, ap, dpa und afp