Obi/Toom Baumärkte tauschen Leitung aus

Rochade bei den Baumärkten: Marktführer Obi trennt sich von seinem Deutschland-Chef. Auch die Handelsgruppe Rewe setzt die Geschäftsführung ihrer Toom-Baumärkte ab.

Düsseldorf - Die Stimmung unter den Bau- und Heimwerkermärkten ist angespannt. Der Bruttogesamtumsatz ging zwar im vergangenen Jahr nur um 0,5 Prozent zurück, doch angesichts der schwer einzuschätzenden Wirtschaftslage für dieses Jahr, sehen sich die Baumärkte vor einer Herausforderung mehr. Während beim Baumarkt Praktiker beispielsweise Kurzarbeit angesagt ist, tauschen Marktführer Obi und Konkurrent Toom Baumärkte die Geschäftsführer aus.

Die Geschäftsleiter Georg Rothacher und Martin Söffge schieden im gegenseitigen Einvernehmen mit dem Vorstand der Rewe-Gruppe aus, teilte die Handelsgruppe Rewe mit. Der Vorstand sehe die "Notwendigkeit, auf die aktuellen Herausforderungen" für die Kette zu reagieren, "insbesondere vor dem Hintergrund des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds in Deutschland", begründete der Konzern.

Vorübergehend übernehme Jan Kunath, Leiter Vollsortiment National bei Rewe, die Geschäftsleitung der Baumärkte. Toom ist mit rund 400 Märkten, 15.000 Beschäftigten und einem Umsatz von über zwei Milliarden Euro Nummer drei der deutschen Baumarktbranche. Ab Mai werde Kunath als Generalbevollmächtigter die Verantwortung für die Weiterentwicklung der Rewe-Fachmärkte Toom Baumarkt und Promarkt sowie das Großverbraucher-Geschäft übernehmen.

Auch bei Marktführer Obi wechselt die Leitung. Andreas Sandmann hat sein Amt als Geschäftsführer Deutschland ab sofort niedergelegt. Interimistisch übernimmt Sergio Giroldi die Geschäftsführung. Der Manager ist CEO der Obi-Gruppe. Ähnlich wie bei Rewe wird der Schritt mit der gesamtwirtschaftliche Lage begründet, die einige Anpassungen in der Ausrichtung des Geschäfts in Deutschland erforderlich mache.

Der Bundesverband deutscher Heimwerker-, Bau- und Gartenfachmärkte (BHB) hatte sich Anfang dieses Monats noch etwas optimistischer geäußert, als die Nachrichten aus dem Markt jetzt klingen mögen. Zwar wollte der BHB auch keine Prognose für das gesamte Jahr abgeben, dennoch wies er mit Blick auf die Zahlen von Dezember darauf hin, dass sich die Stimmung der Verbraucher dank stabiler Preise sogar zu verbessern scheine.

Die Erfahrungen aus der Vergangenheit hätte zudem gezeigt, dass sich Menschen in unsicheren Zeiten stärker als sonst ins Private zurückzögen, was sich auch in Investitionen ins eigene Zuhause widerspiegele. Die Baumärkte könnten davon profitieren. Allerdings, so gibt auch der Verband zu bedenken, müssten die ersten drei Monate dieses Jahres abgewartet werden.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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