Donnerstag, 20. Juni 2019

Bertelsmann-Vorstand BGH ebnet Weg für G+J-Chef Buchholz

Der Bundesgerichtshof hat den Weg für eine Berufung des Gruner+Jahr-Chefs Bernd Buchholz in den Vorstand des Mehrheitseigners Bertelsmann freigemacht. Das Karlsruher Gericht wies eine Klage des Constanze Verlags der Verlegerfamilie Jahr ab.

Karlsruhe/Gütersloh - Ein Bertelsmann-Sprecher kündigte am Montag an, dass die Gremien von Bertelsmann und Gruner+Jahr (G+J) nun "zeitnah" über die Berufung von Bernd Buchholz in den Bertelsmann-Vorstand entscheiden würden. Die Jahr-Familie - Minderheitsaktionärin bei G+J - war bereits vor Jahren vor Gericht gezogen, weil sie das Doppelmandat wegen drohender Interessenkonflikte grundsätzlich für unzulässig hält.

Darf in den Bertelsmann-Vorstand: G+J-Chef Buchholz
Buchholz hatte Anfang Januar die Nachfolge von Bernd Kundrun an der G+J-Spitze angetreten. Bisher war er nur als Gast im Bertelsmann- Vorstand vertreten. Der Bertelsmann-Sprecher machte deutlich, dass es in dem bereits mehrere Jahre dauernden Prozess allein um die Klärung einer Rechtsfrage gehe - das Verhältnis zwischen den Gesellschaftern sei gut. Ein Gruner+Jahr-Sprecher betonte, der Rechtsstreit habe nichts mit der Person Buchholz zu tun. (Az: II ZR 170/07 vom 9. März 2009)

In den Jahren 2000 und 2004 hatte die Bertelsmann AG den Vorstandsvorsitzenden von G+J in ihren Vorstand berufen. Dagegen hatte die Jahr-Familie ein Wettbewerbsverbot geltend gemacht, war damit aber vor dem Landgericht und dem Oberlandesgericht Hamburg unterlegen. Der BGH-Senatsvorsitzende Wulf Goette hatte am Montag bereits in der Verhandlung deutlich gemacht, dass sich das Gericht diesen Urteilen anschließen werde: "Die Besetzung von Leitungspositionen ist an sich kein Wettbewerbsfall."

manager-magazin.de mit Material von dpa

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