Machtkampf Dormann strebt Spitze von Sulzer an

Den Elektrotechnikkonzern ABB hat Jürgen Dormann vor dem Zusammenbruch bewahrt, nun soll er den Schweizer Maschinenbauer Sulzer beaufsichtigen. So wünscht es sich jedenfalls dessen Großaktionär Viktor Wechselberg. Anfang April wird es demnach einer Kampfabstimmung um den Posten als Verwaltungsratschef kommen.

Zürich - Der deutsche Manager Jürgen Dormann soll Verwaltungsratspräsident des Schweizer Maschinenbauers Sulzer werden. Damit kommt es auf der Generalversammlung vom 8. April zum Kräftemessen mit Ulf Berg, der Präsident von Sulzer bleiben will. Sulzer-Großaktionär Viktor Wekselberg unterstützt den ehemaligen Chef von ABB , sodass Dormann gute Chancen auf eine Wahl hat.

Er habe sich mit Wekselberg getroffen, sagte Dormann in einem Interview der "Neuen Zürcher Zeitung" (Samstagsausgabe). "Nach den Gesprächen, die ich in jüngster Zeit geführt habe, bin ich bereit, an der Generalversammlung vom 8. April für den Verwaltungsrat als Kandidat anzutreten." Der Verwaltungsrat entscheide dann selbst, wer Präsident werde. "Wenn sich eine Mehrheit für mich entscheidet, werde ich das Präsidium übernehmen, warten wir es ab."

Nachdem Dormann den Elektrotechnikkonzern ABB 2002 vor dem Zusammenbruch rettete, genießt der Deutsche hohes Ansehen als Industriekapitän. Dormann hatte zuletzt den Verwaltungsratsposten bei dem Arbeitsvermittler Adecco  inne, von dem er jedoch im Dezember vergangenen Jahres zurücktrat.

Wekselbergs Anlage-Chef Vladimir Kuznetsov erklärte, er freue sich, dass Dormann bereit sei, unabhängiger Sulzer-Verwaltungsrat zu werden. Das Unternehmen würde von seiner jahrzehntelangen Industrie- und Managementerfahrung profitieren. Kuznetsov, der bereits im Verwaltungsrat sitzt, bekräftige zudem die Unterstützung Wekselbergs für Sulzer-CEO Ton Büchner.

Wekselberg will Berg nicht wiederwählen, weil das Vertrauensverhältnis gestört sei. Berg wirft Wekselberg vor, den Kurs des Unternehmens ändern zu wollen. Wekselberg gab zu keiner Zeit zu erkennnen, was er mit Sulzer vorhat. Am Markt wurde aber wiederholt spekuliert, dass Wekselberg Sulzer oder Teile davon längerfristig mit dem ebenfalls von ihm kontrollierten Anlagenbauer OC Oerlikon  zusammenführen könnte. Wekselberg hält über seine Firmenholding Renova 27,1 Prozent an Sulzer.

manager-magazin.de mit Material von reuters

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.