Donnerstag, 19. September 2019

Krankenkassen Beiträge steigen, Chefs kassieren

Einige gesetzliche Krankenkassen haben ihren Chefs im vergangenen Jahr trotz gestiegener Beiträge üppige Gehaltserhöhungen gezahlt. Den größten Aufschlag kassierte TK-Chef Norbert Klusen: Sein Festgehalt stieg auf über 245.000 Euro, außerdem kassierte Klusen für die IKK-Direkt-Übernahme eine Prämie von 50.000 Euro.

Berlin - Die Bezüge von TK-Chef Norbert Klusen seien damit um fast 67.000 Euro gestiegen, meldete Bild.de am Donnerstag unter Berufung auf eine Pflichtveröffentlichungen der Krankenkassen. Der Vorstandschef des BKK-Bundesverbands, Wolfgang Schmeinck, bekam demnach 53.750 Euro als Tantieme zusätzlich zu seinem Gehalt von 215.000 Euro.

Auch der frühere Chef der BKK Mobil Oil, Jan Bollhorn, kassierte eine Prämie von 58.080 Euro, davon 20.000 Euro zum 25-jährigen Dienstjubiläum. Sein Gehalt stieg laut Bild.de 2008 um rund 7000 auf 164.595 Euro. Die höchste Bonuszahlung ging an den früheren Chef der Deutschen BKK, Ralf Sjuts. Obwohl er im Juli vergangenen Jahres sein Amt niederlegte, erhielt er laut Bild.de neben einem Gehalt von 69.000 Euro eine "variable Vergütung" von 141.865 Euro.

Bescheidener fielen die Gehaltssteigerungen bei der Barmer Ersatzkasse (BEK) und DAK aus. Ihre Chefs erhielten 6150 und 7390 Euro mehr. Üppig fielen die Zuwächse bei einigen AOKen aus: So erhielt der Chef der AOK-Bayern, Helmut Platzer, mit 176.000 knapp 22.000 Euro mehr Grundgehalt und dazu einen Bonus von 45.000 Euro. Der Vorstandschef der AOK-Sachsen-Anhalt, Uwe Deh, bekam demnach 148.000 Euro Grundgehalt und 25.197 Euro Bonus, knapp 21.000 mehr als sein Vorgänger.

Zum Jahreswechsel hatten die Krankenkassen ihre Sätze auf einheitlich 15,5 Prozent erhöht. Vorher hatte der Beitragssatz der günstigsten Kasse IKK Direkt, die von der TK übernommen wurde, bei 12,9 Prozent gelegen. Für freiwillig Versicherte stieg durch die Erhöhung der Sätze der Beitrag um bis zu 60 Euro netto im Monat. Eine Lohnerhöhung von 3 Prozent zum Jahreswechsel wurde also komplett von den Krankenkassen inhaliert. Begründet wurde die Erhöhung der Sätze mit der Einrichtung des Gesundheitsfonds, dessen Sinn bisher niemand so recht verstanden hat.

manager-magazin.de mit Material von ap und dpa

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