Rücktritt Österreichs Post sucht neuen Chef

Der Chef der Österreichischen Post, Anton Wais, hat überraschend seinen Rückzug aus dem Konzern verkündet. Bis auf Weiteres übernimmt sein Stellvertreter die Geschäfte. Nun muss schnell ein Neuer für die Spitze her.

Wien - Wie die Österreichische Post am Mittwoch bekanntgab, legt Anton Wais sein Mandat als Vorstandsvorsitzender des Konzerns bereits per 31. März 2009 nieder. Seine Aufgaben übernimmt ab April bis auf Weiteres der Generaldirektor-Stellvertreter und Finanzvorstand Rudolf Jettmar. Der Aufsichtsrat werde so schnell wie möglich die Nachfolge von Wais regeln, teilte die Post weiter mit.

Wais ist seit 1999 Vorstandsvorsitzender der Post. In dem Jahr wurde aus dem ehemaligen Staatskonzern ein rechtlich selbständiges Unternehmen, das im Frühjahr 2006 an die Börse ging. Rund 51 Prozent der Anteile befinden sich allerdings nach wie vor in Besitz der staatlichen Österreichischen Industrieholding (ÖIAG).

Der 60-Jährige begründete seine Entscheidung mit "dringenden gesundheitlichen Gründen". Der frühere Siemens-Manager befand sich zuletzt mit der rot-schwarzen Regierungskoalition in Wien in einem Streit um den Sanierungskurs des Unternehmens. Der Konzern hat seit dem Jahr 2000 die Zahl der Postämter deutlich reduziert - 900 wurden bereits geschlossen, laut einer Ankündigung vom Dienstag sollen weitere 300 Filialen folgen. Diese Ankündigung führte in Österreich zu lauten Protesten. Im Dezember musste Wais bereits seine Pläne zur Streichung von 9000 Stellen aufgeben.

Im Jahr 2007 erzielte die Östereichische Post einen Umsatz von 2,32 Mrd. Euro und einen Gewinn von 162,8 Millionen Euro. Wais hatte zuletzt noch einen weiteren Anstieg des Gewinns für 2009 in Aussicht gestellt.

manager-magazin.de

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