Continental/Schaeffler Schaeffler hält an Koerfer fest

Rückschlag bei der geplanten Machtübernahme im Conti-Aufsichtsrat: Schaeffler-Justiziar Rolf Koerfer darf vorerst nicht in das Aufsichtsgremium einziehen. Koerfer selbst zeigte sich gegenüber manager-magazin.de überrascht. Er sieht keinen Hinderungsgrund, in den Aufsichtsrat einzuziehen. Und auch Schaeffler hält an der Nominierung fest.

Hamburg/Hannover - Das Gericht habe die Berufung Koerfers auf eine Beschwerde hin ausgesetzt, bestätigte ein Sprecher des Hannoveraner Landgerichts gegenüber manager-magazin.de. DWS-Aufsichtsrat Christian Strenger, der auch Mitglied der Corporate-Governance-Kommission ist, hatte zuvor einen möglichen Interessenkonflikt Koerfers moniert.

Wie der Gerichtssprecher betonte, handelt "es sich bislang jedoch nur um eine vorläufige Entscheidung". Bis zum kommenden Dienstag, den 10. März, haben nun sämtliche Aufsichtsratsmitglieder die Möglichkeit, zu der Angelegenheit Stellung zu nehmen, erklärte der Sprecher und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der "Financial Times Deutschland". Dann soll entschieden werden.

Bis diese endgültige Entscheidung getroffen ist, kann Koerfer nicht mitstimmen. Die nächste Aufsichtsratssitzung war den Angaben zufolge für den 6. März geplant. Die Aktie von Continental  legte am Dienstag im frühen Handel deutlich zu.

Koerfer selbst zeigte sich von dem Beschluss überrascht. "Mir liegt bis heute nichts vor", sagte er am Dienstag auf Anfrage von manager-magazin.de. Und fügte hinzu: "Ich sehe keinen rechtlichen Hinderungsgrund, als Berater eines Aktionärs in den Aufsichtsrat zu gehen."

Schaeffler hält an Nominierung fest

Auch die Schaeffler-Gruppe geht weiter davon aus, dass Koerfer zum Conti-Aufsichtsratschef gewählt wird und sieht keinen Interessenkonflikt. Die Herzogenauracher kündigten jedoch an, den Vorgang juristisch prüfen zu lassen und auf die neue Situation, "die damit gegebenenfalls im Hinblick auf die Aufsichtsratssitzung der Continental AG am 6. März entsteht," entsprechend zu reagieren.

Dass Aktionäre oder ihre Berater in den Aufsichtsrat einzögen, sei eine, "wie bereits der Begriff 'Anteilseignervertreter' zeigt, vom Gesetz vorgesehene Praxis", hieß es in einer am Dienstag verbreiteten Erklärung weiter. "Im Übrigen haben sämtliche Aufsichtsräte der Continental AG vor wenigen Wochen die Bestellung von Herrn Koerfer zum Aufsichtsrat und seine geplante Wahl zum Vorsitzenden mitgetragen." Letztlich liege die Entscheidung über die Besetzung des Aufsichtsrates ohnehin bei der Hauptversammlung.

Koerfer sollte nach dem Willen von Schaeffler Ex-Conti-Aufsichtsratschef Hubertus von Grünberg beerben, der auf Druck des Familienunternehmens seinen Posten geräumt hatte.

Zusammen mit Koerfer sollten ursprünglich drei weitere Schaeffler-Vertreter in das 20-köpfige Kontrollgremium einziehen: Eigentümerin Maria-Elisabeth Schaeffler, ihr Sohn Georg sowie Geschäftsführer Jürgen Geißinger.

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