Stanford-Affäre Behörden erweitern Strafantrag

US-Aufsichtsbehörden werfen dem texanischen Milliardär und Banker Allen Stanford ein riesiges Schneeballsystem vor. Der mutmaßlich Anlagebetrüger habe über mindestens ein Jahrzehnt hinweg Investorengelder von mindestens 1,6 Milliarden Dollar unterschlagen, heißt es.

Houston - Robert Allen Stanford habe über drei Firmen mit einem ehemaligen Studienfreund bestehende Anleger mit dem Geld neuer Kunden bezahlt, hieß es in einem erweiterten Strafantrag der US-amerikanischen Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC), der am Freitagabend beim Bundesgericht in Dallas eingereicht wurde.

In der Schrift heißt es, der 58-Jährige habe gemeinsam mit seinem ehemaligen Zimmergenossen an der Bylor Universität, James Davis, die Investorengelder unterschlagen und Finanzberichte der im Karibikstaat Antigua und Barbuda ansässigen Stanford International Bank gefälscht. Das Geld der Anleger sei in spekulative und unprofitable Privatgeschäfte Stanfords geflossen. Stanford und Davis waren für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar. Die beiden Männer wurden bisher nicht festgenommen.

Die SEC wirft Stanford zudem vor, hochverzinste Einlagenzertifikate im Wert von acht Milliarden Dollar in betrügerischer Absicht vertrieben zu haben. Der Skandal wird bereits mit dem mutmaßlichen 50-Milliarden-Dollar-Betrug des Finanzjongleurs Bernard Madoff verglichen.

Gleichzeitig wurde die am Vortag verhaftete Leiterin der Investmentsparte der Stanford Financial Group, Laura Pendergest-Holt, nach der Zahlung einer Kaution von 300.000 Dollar in Houston wieder auf freien Fuß gesetzt. Ihr wird unter anderem vorgeworfen, während der seit Juni 2008 laufenden Ermittlungen gegen den US-Milliardär Falschaussagen gemacht zu haben.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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