Daimler Cordes soll im Schrempp-Prozess aussagen

Der ehemalige Mercedes-Chef Eckhard Cordes wird Anfang April im Schadenersatzprozess gegen Daimler aussagen. Aktionäre verlangen Schadenersatz, weil der Konzern angeblich den Rücktritt von Ex-Konzernchef Jürgen Schrempp verspätet gemeldet habe.

Stuttgart - Als weiterer Zeuge soll am 1. April auch der damalige EADS-Co-Verwaltungsratschef und Aufsichtsratsmitglied Arnaud Lagardère als Zeuge gehört werden, teilte das Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart am Freitag mit. Die Entscheidung in dem Musterverfahren war überraschend Anfang Februar mit der Begründung verschoben worden, die beiden Topmanager müssten noch gehört werden.

Hintergrund des Prozesses ist die Schadenersatzklage von Kleinaktionären gegen den Autobauer. Dem Stuttgarter Dax-Unternehmen Daimler  hatten die Anleger vorgeworfen, die Rücktritts-Mitteilung von Schrempp im Juli 2005 zu spät gemeldet zu haben und deshalb um den Kursgewinn gebracht worden zu sein. Für entgangene Kursgewinne fordern sie rund 5,5 Millionen Euro Schadenersatz.

Cordes, der derzeitige Vorstandschef des Handelskonzerns Metro , galt neben dem heutigen Daimler-Chef Dieter Zetsche als ernsthafter Schrempp- Nachfolger. Das OLG muss klären, ob bereits vor der entscheidenden Aufsichtsratssitzung, in der Lagardère als Kontrolleur saß, der Personalwechsel an der Konzernspitze feststand.

Die ehemalige DaimlerChrysler-Spitze hat in dem Zivilverfahren Fehler bestritten. Schrempp betonte vor Gericht, bis zum Schluss sei seine Entscheidung zum Rücktritt offen gewesen.

In dem Prozess wird stellvertretend für eine große Zahl von Klagen in dem Fall verhandelt. Zu der Neuauflage des Prozesses war es gekommen, weil der Bundesgerichtshof dem OLG Fehler im ersten Prozess bei der Beweisaufnahme nachgewiesen hatte. Damals hatte ein anderer Senat des OLG die Schadenersatzforderungen von Anlegern abgewiesen.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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