Freitag, 23. August 2019

Karriere Die Macht der Intuition

2. Teil: Nur nichts überstürzen

Grundsätzlich stehen jedem Menschen diese zwei Wege zur Verfügung, um zu einer Einsicht und damit einer Entscheidung zu kommen, erläutert der Wissenschaftsjournalist und Sachbuchautor Bas Kast. Der eine führt mit Hilfe von Logik und Argumenten zum Ziel. Das hat den Vorteil, dass sich das Ergebnis nachvollziehen und begründen lässt. Aber nach Kasts Überzeugung hat er auch Schwächen: Der Weg über die Vernunft ist eher lang. Und er ist nicht immer der beste, etwa wenn es jemandem nicht gelingt, die Fakten zu gewichten und deswegen gar keine oder die falsche Entscheidung getroffen wird.

Weg Nummer zwei führt dagegen über das Unbewusste, und das ist sein Nachteil: Intuitive Urteile lassen sich nur schwer erklären, sie folgen ihrer eigenen Logik. Aber der Vorteil liegt für Bas Kast auf der Hand: Unser Unterbewusstsein könne notfalls unglaublich schnell entscheiden und die richtigen Schlüsse ziehen - in Gefahrensituationen kann das lebensrettend sein.

Auch der Ratschlag, eine Entscheidung noch einmal zu "überschlafen", hat viel für sich. Oft wacht der Betreffende am Morgen darauf auf und weiß, was er will. Das ist keine Zauberei, sondern Intuition: "Die meisten Menschen profitieren davon, das Unterbewusstsein eine Zeitlang arbeiten zu lassen", erklärt Psychologe Haupt. Dafür sei eine Nacht die ideale Zeitspanne.

Aber Intuition hilft nicht immer. "Es kommt auf die Situation an", betont Haupt. Oft sei es besser, rational zu entscheiden, an der Börse zum Beispiel. "Studien zeigen, dass intuitive Anlegerentscheidungen langfristig Verluste machen."

Ob eine Entscheidung mit dem Kopf oder mit dem Bauch getroffen werden sollte, ist deshalb die falsche Frage. Beides kann Vor- und Nachteile haben. Ratsam sei es vielmehr, zunächst zu klären, ob in der jeweiligen Situation lieber rational oder eher intuitiv entschieden werden sollte, empfiehlt Haupt. In der Regel sei es am besten, ein Gleichgewicht zwischen beiden Varianten zu erreichen, also den Kopf zu benutzen, ohne den Bauch zu ignorieren.

Andreas Heimann, dpa

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