Neckermann.de Die Chefetage füllt sich

Die Lücke in der Chefetage bei Neckermann.de schließt sich. Nach dem Rücktritt der gesamten Geschäftsführung im Dezember kam Ende Januar der neue Chef Derrick Noe zum angeschlagenen Versandhändler. Jetzt ist ein Kandidat für den offenen Marketing- und Vertriebsposten gefunden.

Frankfurt - Ulf Cronenberg wird zum 1. März neuer Geschäftsführer für Marketing, Vertrieb und E-Commerce von Neckermann.de, teilte das Frankfurter Versandhandelsunternehmen am Mittwoch mit. Der 43-jährige Betriebswirt gilt als Handelsexperte und ist seit über 16 Jahren in leitenden Managementfunktionen in der Textilbranche und dem Versandhandel tätig.

Cronenberger kommt vom Rasteder Modehersteller Ulla Popken, wo er als Sprecher der Geschäftsführung tätig war und die strategische Ausrichtung, Vertrieb und Stärkung der Marke Ulla Popken verantwortete.

Seit Anfang des Jahres hat Neckermann.de auch eine neue Geschäftsleitung. Derrick Noe soll den angeschlagenen Versandhändler aus der Krise führen.

Anfang Dezember war die gesamte Führung geschlossen zurückgetreten. Der damalige Vorsitzende der Geschäftsführung, Martin Lenz, sowie die Geschäftsführer Torsten Waack (Marketing, Vertrieb und Einkauf) und Bernhard Dopf (Finanzen und IT) begründeten ihren Schritt mit einer gescheiterten Übernahme der Anteile vom Mehrheitseigentümer Sun Capital.

Mit der Neubesetzung der offenen Stellen sollte nach Angaben von Neckermann.de zugleich eine Neustrukturierung einhergehen. So soll es künftig zusätzlich einen Geschäftsführer Einkauf geben, die Bereiche Marketing, Vertrieb und E-Commerce bleiben in der Verantwortung eines Managers.

Das Versandhandelsunternehmen Neckermann.de erwirtschaftet über 55 Prozent des Umsatzes über den Online-Shop. Neckermann erzielte zuletzt einen Umsatz von 1,4 Milliarden Euro, ist aber nach wie vor defizitär.

Um bis 2010 wieder schwarze Zahlen schreiben zu können, läuft bei dem Frankfurter Unternehmen derzeit das Effizienzsteigerungsprogramms "neckermann 2010", das Restrukturierungsexperte Michael Baur vergangenes Jahr auf den Weg gebracht hatte. Demnach wird im Konzern jede zehnte der 5000 Stellengestrichen. Am Hauptsitz in Frankfurt fallen 450 der 2700 Arbeitsplätze weg.

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