Premiere Aufsichtsratschef legt Amt nieder

Erneut der Abschied eines Managers an der Spitze von Premiere - wenn auch aus anderen Gründen als bislang üblich. Rainer Großkopf, der Chefkontrolleur des Medienkonzerns, hat mit sofortiger Wirkung sein Amt abgegeben.

München - Wie der Münchener Bezahlsender Premiere  am Dienstagabend mitteilte, habe Rainer Großkopf die Entscheidung aus gesundheitlichen Gründen gefällt und scheide auch aus dem Aufsichtsrat aus. Bis zur Wahl eines neuen Aufsichtsratschefs übernimmt der ehemalige Chef von Microsoft Deutschland, Richard Roy, als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender kommissarisch den Vorsitz. Rainer Großkopf hatte seit der Unternehmensgründung im November 2004 den Vorsitz des Aufsichtsrats inne und hätte sein Amt nach seinem 65. Geburtstag bei der nächsten ordentlichen Hauptversammlung im Frühjahr ohnehin abgeben müssen.

Der in Finanznot steckende Sender rechnet für das abgelaufene Jahr mit rund 100 Millionen Euro Verlust und will sich mit einer weiteren Kapitalerhöhung im Frühjahr 410 Millionen Euro beschaffen. Großaktionär Rupert Murdoch hält unter 30 Prozent der Aktien und will alle nicht an der Börse zu verkaufenden Anteile übernehmen.

Seitdem Medienunternehmer Murdoch Anfang 2008 den defizitären Bezahlsender übernahm, hat er in der Vorstandsriege kräftig aufgeräumt. Erst ging Premiere-Chef Michael Börnicke dann mussten auch Finanzvorstand Alexander Teschner und Vertriebsvorstand Oliver Kaltner ihren Hut nehmen. Murdochs Vertrauter Mark Williams nahm statt Börnicke auf dem Chefsessel Platz. Im Zuge der Abo-Affäre nahm auch der Druck auf den Aussichtsratschef Großkopf zu. Premiere hatte im Herbst 2008 die Abonnentenzahl nach unten revidieren müssen, was öffentliche Empörung und einen Absturz der Premiere-Aktie zur Folge hatte.

Manager-magazin.de mit Material von dpa-afx, ap und dow jones

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