Abgang KKR und Neubürger trennen sich

Der ehemalige Siemens-Finanzchef Heinz-Joachim Neubürger hat seinen Posten als Geschäftsführer beim US-Investor KKR geräumt. Gegen den 56-Jährigen ermittelt die Staatsanwaltschaft in der AUB-Affäre, Siemens-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme will von Neubürger vier Millionen Euro Schadenersatz.

Hamburg - Heinz-Joachim Neubürger ist nicht länger Managing Director beim US-Investor KKR. Das sagte ein KKR-Sprecher gegenüber manager-magazin.de und bestätigte damit gleichlautende Informationen der "Financial Times Deutschland". Gründe für den Abgang des ehemaligen Siemens-Finanzchefs nannte KKR nicht. Der 56-Jährige soll der Investmentgesellschaft weiterhin beratend zur Seite stehen.

Mitte 2006 war Neubürger als Non-Executive Director bei der KKR-Tochter Private Equity Investors eingestiegen, 2007 wurde er Managing Director beim Mutterhaus. Im Sommer 2008 hatte Neubürger bereits seinen Posten als KKR-Vertreter im Aufsichtsrat von ProSiebenSat.1 geräumt.

Gegen Neubürger ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen der AUB-Affäre, im Juni 2007 durchsuchte die Staatsanwaltschaft Nürnberg die Privaträume des Managers. Eigentlich sollte der Ex-Siemens-Finanzchef als Zeuge im Prozess gegen den AUB-Chef Wilhelm Schelsky und den ehemaligen Siemens-Vorstand Johannes Feldmayer im November vergangenen Jahres als Zeuge aussagen, aber Neubürger verweigerte unter Berufung auf das laufende Verfahren gegen ihn die Aussage. Feldmayer wurde in erster Instanz zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

Neubürger ist außerdem einer der Vorstände, denen von Siemens  eine Klage wegen Verletzung der Aufsichtspflicht droht. Nach Informationen von manager-magazin könnte der studierte Ökonom einer Klage entgehen, wenn er sich dem Vergleichsvorschlag von Siemens-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme beugt und vier Millionen Euro zahlt.

Im Mai 2006 hatte Neubürger Siemens verlassen. Der Manager, der bei der Regelung der Nachfolge von Heinrich von Pierer als Konzernchef im Jahr 2004 Klaus Kleinfeld unterlag, war seit 1998 für die Finanzen des Münchener Technologiekonzerns zuständig. Neubürger hatte seine Karriere 1979 als Trainee bei der US-Investmentbank J. P. Morgan begonnen. 1989 wechselte er zu Siemens. Über Stationen bei Investor Relations und Siemens-Indien rückte er 1997 in den Siemens-Vorstand auf. Anfang 1998 übernahm er als Nachfolger von Karl-Hermann Baumann das Finanzressort.

manager-magazin.de

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