Arques Vorstandschef geschasst

Nach nur einem Jahr trennt sich die Beteiligungsgesellschaft Arques von ihrem Vorstands- und Finanzchef Michael Schumann. Vorwurf: Der Manager habe den Aktienkurs nicht auf ein "akzeptables Niveau" heben können.

Berlin - Im Februar 2008 übernahm der langjährige Arques-Mitarbeiter Michael Schumann den Chefposten des Beteiligungsunternehmens Arques Industries . Ein gutes Jahr später legt der Manager nun seine Posten als Vorstands- und Finanzchef nieder. Ende Februar scheide Schumann aus dem Unternehmen aus, teilte Arques in einer Pflichtveröffentlichung mit.

Schumann, der seit 2003 bei Arques arbeitete, war seit Februar 2008 Vorstandsvorsitzender und auch zusätzlich für das Ressort Finanzen verantwortlich. Sein Vorgänger Martin Vorderwühlbecke blieb nur neun Monate im Amt.

Schumann habe zwar das Konzernportfolio bereinigen können, es sei ihm aber nicht gelungen, den Aktienkurs auf ein "akzeptables Niveau zu stabilisieren", begründete Arques die Personalie. Vorstand und Aufsichtsrat seien der Auffassung, dass die Arques-Aktie "massiv unterbewertet" sei.

Neuer Finanzchef soll nun Gisbert Ulmke werden. Ulmke ist derzeit Gesellschafter bei Standard Metallwerke Holding in Werl. Zuvor war er unter anderem als Generalbevollmächtigter Finanzen bei Eon tätig. Der Arques-Vorstand setzt sich demnach nunmehr aus Felix Frohn-Bernau, (Ressort Akquisition und Exit), Bernd Schell (Ressort Operations) und dem neuem Finanzchef zusammen.

Auf einen Vorstandsvorsitzenden und Vorstandssprecher will das Unternehmen künftig verzichten. An der Spitze stünde nun ein dreiköpfiger, gleichberechtigter Vorstand, erklärte ein Unternehmenssprecher gegenüber manager-magazin.de.

Arques ist darauf spezialisiert, Firmen in Notsituationen zu übernehmen und nach der Sanierung mit Gewinn wieder abzustoßen. Zu den Zukäufen gehören unter anderen der Hersteller für Gigaset-Schnurlostelefone SHC, den Arques von Siemens  übernahm, sowie die Nachrichtenagentur ddp, die gerade im Januar wieder verkauft wurde.

Im April 2008 war die Aktie von Arques kräftig gefallen, nachdem das Unternehmen bekanntgab, den IT-Großhändler Actebis zunächst nicht an die Börse zu bringen. Zudem stiegen die Starnberger mehrmals mit hohen Verlusten aus einigen Beteiligungen aus. Im November vergangenen Jahres senkte das Beteiligungsunternehmen seine Prognose für 2008 und erwartete vor und nach Steuern deutliche Verluste. Im Dezember hieß es, Arques und die Beteiligungsgesellschaft Aurelius  könnten fusionieren. Spekuliert wurde, dass Aurelius-Chef Dirk Markus, der 2003 Arques mitgründet hatte, beide Unternehmen führen wolle. Arques wollte die Gerüchte nicht weiter kommentieren.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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