AUA Ötsch räumt vorzeitig Chefsessel

Die Spekualtionen haben ein Ende: Der Chef von Austrian Airlines, Alfed Ötsch, tritt bereits zum Ende des Monats zurück. Nun hat die Fluglinie noch vor der formellen Übernahme durch die Lufthansa zwei neue Chefs.

Wien - Der ehemalige Siemens-Manager Alfred Ötsch legt sein Amt zum 31. Januar "in beiderseitigem Einverständnis" nieder, teilte Austrian Airlines (AUA) am Donnerstagabend mit. Die Führung übernehmen Technikvorstand Peter Malanik und Marketingvorstand Andreas Bierwirth.

Die Entscheidung folgt tagelangen medialen Spekulationen über einen vorzeitigen Abgang Ötschs, noch vor dem Abschluss der Übernahme durch die Lufthansa . Dieser wird frühestens für Juni erwartet. Ursprünglich war eine personelle Neubesetzung erst nach der Übernahme durch die deutsche Fluglinie erwartet worden. Bis zur Genehmigung durch die EU-Kommission darf die Lufthansa keine Entscheidung für AUA treffen. Zuletzt war der Swiss-Vorstand Harry Hohmeister im Gespräch als Nachfolger von Ötsch. Die Schweizer Fluglinie ist eine Tochter der Lufthansa.

"Nachdem ich im vergangenen Jahr gemeinsam mit meinen Kollegen im Vorstand und unserem Aufsichtsrat die erforderliche Wende in Richtung Partnerschaft eingeleitet habe, bin ich froh, dass die Privatisierung mit dem für die Austrian Airlines Group bestmöglichen Partner, der Lufthansa, in eine positive Zielgerade gegangen ist", wird Ötsch in einer Erklärung zitiert. Der 55-Jährige war seit April 2006 Vorstandsvorsitzender der AUA. Davor war er im Aufsichtsrat der Fluglinie.

Die Privatisierung der AUA wurde im Sommer 2008 von der österreichischen Regierung beschlossen. Anfang Dezember wurde der Verkauf des Staatsanteils von 42 Prozent an die Lufthansa vertraglich besiegelt. Unter der Führung der deutschen Fluglinie soll die wirtschaftlich angeschlagene Gesellschaft in drei Jahren wieder Gewinne einfliegen.

In Medienberichten kursierte zuletzt das Gerücht, dass AUA mit dem vom österreichischen Staat zur Fortführung des Betriebes gewährten Darlehen in Höhe von 200 Millionen Euro nicht auskommen dürfte. AUA, die 2008 einen Verlust von über 400 Millionen Euro eingeflogen hat, dementiert einen zusätzlichen Finanzbedarf.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa-afx