Klaus Zumwinkel Ohne Amt und Würden

Der wegen Steuerhinterziehung verurteilte frühere Post-Chef Klaus Zumwinkel wird voraussichtlich seine Auszeichnungen verlieren: Es droht die Aberkennung seines Bundesverdienstkreuzes und eines weiteren Ordens.

Frankfurt - Nach Informationen der "Rheinischen Post" und der "Westdeutschen Zeitung" vom Donnerstag wird Klaus Zumwinkel das Große Bundesverdienstkreuz und den nordrhein-westfälischen Landesorden verlieren.

Der Verlust der Auszeichnungen folgt einem vorgeschriebenen Ablauf. Demnach leitet das Bundespräsidialamt automatisch ein entsprechendes Verfahren nach Vorlage der Urteilsbegründung des Landesgerichtes Bochum ein. Im ersten Schritt schreibt das Präsidialamt den rechtskräftig Verurteilten an und bittet um freiwillige Rückgabe der Auszeichnung. Sollte Zumwinkel dieser Bitte nicht nachkommen, wird ein Ordensentziehungsverfahren eingeleitet. Hier greift Paragraf 4 des Bundesgesetzes über Titel, Orden und Ehrenzeichen.

Das Bundespräsidialamt äußerte sich auf Anfrage nicht zu dem möglichen Verfahren gegen Zumwinkel. Laut Gesetz kann Bundespräsident Horst Köhler bei einer Verurteilung zu einer Haftstrafe von mehr als einem Jahr das Bundesverdienstkreuz entziehen. Der Ex-Manager der Post wurde am 26. Januar wegen Steuerhinterziehung zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Er hatte gestanden rund 970 000 Euro hinterzogen zu haben.

Auf Landesebene ist das Verfahren ähnlich. Laut "Westdeutscher Zeitung" erwartet die Düsseldorfer Staatskanzlei, dass Zumwinkel den Orden freiwillig zurückgibt. Einer der letzten Prominenten, die das Bundesverdienstkreuz zurückgeben mussten, war der frühere VW-Personalvorstand Peter Hartz.

manager-magazin.de mit Material dpa-afx und ap

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.