Siemens-AR Mehr Geld für Cromme, Huber wird Vize

Gerhard Cromme bekommt künftig von Siemens mehr Geld für seinen Job als Chefkontrolleur, seine Vergütung steigt um gut 10 Prozent. Seit gestern gibt es außerdem einen neuen Vize im Siemens-Aufsichtsrat: Crommes Gegenspieler der Arbeitnehmerseite wird künftig IG-Metall-Chef Berthold Huber sein.

München - Die Siemens-Hauptversammlung stimmte am Dienstagabend mit 92,6 Prozent für eine Neuregelung der Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder. Demnach erhält jedes Mitglied im Kontrollgremium jährlich eine Grundvergütung von 50.000 Euro, der Aufsichtsratschef das Dreifache, also 150.000 Euro. Das teilte das Unternehmen am Dienstagabend nach der Hauptversammlung und einer Sitzung des Aufsichtsrats mit.

Hinzu kommen variable Vergütungen, die sich am Erfolg des Unternehmens orientieren, sowie ein Sitzungsgeld von 1000 Euro je Treffen. Nach dem neuen Vergütungssystem hätte Gerhard Cromme für das vergangene Geschäftsjahr rund 350.000 Euro erhalten statt 310.000 Euro. Cromme verteidigte die Erhöhung der Aufsichtsratsbezüge mit der Komplexität und dem Zeitaufwand des Jobs. Bei der Abstimmung erhielt er dennoch einen kleinen Dämpfer.

Aktionärsvertreter hatten den Aufschlag während der Hauptversammlung kritisiert. Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) mahnte unter dem Beifall von rund 9500 Aktionären Aufsichtsrat wie auch Vorstand zu "etwas mehr Bescheidenheit angesichts der Weltwirtschaftskrise, angesichts der Restrukturierungen und angesichts des internen Stellenabbaus". Mit einer Vergütung von rund neun Millionen Euro im vergangenen Jahr liege Konzernchef Peter Löscher im Spitzenfeld der deutschen Wirtschaft.

Außerdem wurde der Erste Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, zum stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden von Siemens  gewählt. Huber übernimmt das Mandat von Ralf Heckmann, der aus persönlichen Gründen aus dem Siemens-Aufsichtsrat ausscheidet. Erstmals bekleidet damit ein IG-Metall-Vertreter den stellvertretenden Vorsitz im Siemens-Aufsichtsrat. Den frei werdenden Sitz Heckmanns im Siemens-Aufsichtsrat übernimmt der Betriebsratsvorsitzende der Konzernsparte Energy in Erlangen, Hans-Jürgen Hartung.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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