Urteil Zwei Jahre Haft auf Bewährung für Zumwinkel

Wegen Steuerhinterziehung hat das Landgericht Bochum den früheren Post-Chef Klaus Zumwinkel zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Hinzu kommt eine Geldstrafe in Höhe von einer Million Euro. Zumwinkel hatte gestanden, zwischen 2002 und 2006 knapp 970.000 Euro Steuern hinterzogen zu haben.
Von Karsten Stumm

Bochum - Richter Wolfgang Mittrup verkündete das Urteil am Montag am Landgericht Bochum.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass Zumwinkel zwischen 2001 und 2006 Einnahmen aus einer von ihm selbst 1986 in Liechtenstein gegründeten Stiftung den Finanzbehörden verschwiegen hat. Daraus entstand ein Steuerschaden von 1,18 Millionen Euro. Zumwinkel hat seine Steuerschuld inzwischen nebst Zinsen beglichen.

Außer der Bewährungsstrafe wird gegen Zumwinkel eine Geldbuße in Höhe von einer Million Euro verhängt.

Gericht folgt Antrag der Staatsanwaltschaft

Mit dem Strafmaß entsprach das Gericht den Forderungen der Staatsanwaltschaft. Diese hatte unter anderem zugunsten Zumwinkels gewertet, dass er ein "voll umfängliches Geständnis" abgelegt habe, und auf seine Kooperationsbereitschaft verwiesen.

Die Verteidigung hingegen hatte auf die Verdienste des ehemaligen Topmanagers als Wirtschaftsführer verwiesen und eine Strafe "deutlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft" verlangt.

Zumwinkel hatte am Donnerstag vergangener Woche vor Gericht ein Geständnis abgelegt. Der ehemalige Post-Chef hatte außerdem am ersten Verhandlungstag seine Vermögensverhältnisse mit acht Millionen Euro Finanzvermögen und einer rund fünf Millionen Euro teuren Burg am Gardasee taxiert.

Als strafmildernd sah die Staatsanwaltschaft am Montag an, dass der Angeklagte ein Geständnis abgelegt und damit wesentlich zur Aufklärung der Tatvorwurfs beigetragen habe. Auf diese Weise hatte der einstige Topmanager Steuern von knapp 970.000 Euro hinterzogen.

Gegen den Angeklagten spreche laut Anklage, dass er die Steuerhinterziehung über die 1986 in Liechtenstein gegründete Stiftung in hohem Maß geplant habe. In ihr hatte Zumwinkel zuletzt im Jahre 2006 nach Berechnungen der Staatsanwaltschaft 11,9 Millionen Euro zusammengetragen, die er seiner Familie zukommen lassen wollte.

Zumwinkels Verteidiger Hanns W. Feigen forderte für seinen Mandanten eine "erheblich unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft" liegende Strafe. Zumwinkel selbst, der die Ausführungen des Oberstaatsanwalts gefasst und vorbereitet zur Kenntnis nahm, verzichtete auf ein eigenes Schlusswort.

mit Material von Nachrichtenagenturen

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