Montag, 23. September 2019

Rettungsfonds Rehm wird neuer Soffin-Chef

Die Führungsriege des Bankenrettungsfonds Soffin ist wieder komplett: Der Ex-Chef der Norddeutschen Landesbank, Hannes Rehm, rückt an die Spitze des Soffin-Leitungsausschusses. Weiteres Mitglied des Gremiums wird Christopher Pleister, der frühere Präsident des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken.

Berlin - Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der NordLB, Hannes Rehm, wird neuer Chefverwalter des Bankenrettungsfonds Soffin. Das teilte das Bundesfinanzministerium am Montag in Berlin mit. Weiteres Mitglied im Leitungsausschuss des Soffin werde der ehemalige Präsident des Bundesverbands der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR), Christopher Pleister.

Verwaltet künftig Milliarden: Neuer Soffin-Chef Rehm
Rehm war seit 1993 Vorstandsmitglied der NordLB, im Juli 1997 wurde er stellvertretender Vorsitzender. Von 2004 bis Dezember 2008 war Rehm Vorstandschef. Ende der 80er bis Anfang der 90er Jahre hat Rehm zuvor in Leitungspositionen beim Bundesverband öffentlicher Banken und beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband gearbeitet.

Rehms Vorgänger Günther Merl, der ehemalige Chef der Landesbank Hessen-Thüringen, hatte am vergangenen Mittwoch seinen Rücktritt bekannt gegeben. Hintergrund für Merls Demission waren nach Informationen von manager magazin nicht die vom Bundesfinanzministerium angeführten persönlichen Gründe, sondern unterschiedliche Auffassungen über die Führung des Bankenrettungsfonds. Wichtige Entscheidungen wurden in den vergangenen Monaten offensichtlich von Berliner Spitzenbeamten getroffen, die im Lenkungsausschuss der neuen Behörde sitzen.

Erst im Dezember war Karlheinz Bentele, der frühere Chef des Rheinischen Sparkassenverbandes, als Mitglied des Leitungsausschusses zurückgetreten.

Der Rettungsfonds war im Oktober vergangenen Jahres gegründet worden. Der Soffin verfügt über die 480 Milliarden Euro aus dem deutschen Bankenrettungspaket. Davon sind 400 Milliarden für Garantien vorgesehen, 80 Milliarden für Kapitalbeteiligungen oder den Kauf von Wertpapieren. Bislang wurden gut 100 Milliarden Euro an Garantien bewilligt, als einzige Bank erhielt die Commerzbank Börsen-Chart zeigen 18,2 Milliarden Euro Kapitalhilfe.

Das Ziel der Einrichtung ist klar umrissen: Der Fonds soll das Finanzsystem in Deutschland stabilisieren und helfen, Liquiditätsengpässe zu überwinden. Auch die Stärkung der Eigenkapitalbasis von Finanzunternehmen ist Aufgabe der Soffin, die auf ihrer Homepage betont "es gilt, auf diese Weise die Vertrauenskrise im Finanzsystem zu überwinden".

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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