Toyota Gründerenkel übernimmt

Stühlerücken im Angesicht der Krise: Bei dem japanischen Autobauer Toyota übernimmt mit Akio Toyoda erstmals seit 14 Jahren wieder ein Mitglied des Gründerclans die Geschicke. Der aktuelle Chef, Katsuaki Watanabe, hatte zuvor den ersten Verlust in 70 Jahren einräumen müssen.

Tokio - Akio Toyoda soll als neuer Präsident den japanischen Autobauer Toyota  aus der Krise führen. Das Unternehmen teilte am Dienstag mit, der Enkel von Firmengründer Kiichiro Toyoda werde als Präsident die Leitung des Konzerns übernehmen. Er löst Katsuaki Watanabe ab, der zuletzt im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise den ersten Verlust in der Geschichte des Konzerns hatte einräumen müssen. Watanabe wechselt auf den Posten des Vizechefs im Verwaltungsrat, eine in erster Linie repräsentative Funktion.

Akio Toyoda ist das erste Mitglied der Gründerfamilie an der Spitze des Autokonzerns seit 14 Jahren. Damals hatte Shoichiro Toyoda sein Amt niedergelegt, der von 1982 bis 1992 an der Spitze des Autobauers stand. Akio Toyoda ist ein Enkel von Firmengründer Kiichiro Toyoda, der Toyota Motor im Jahre 1937 gründete. Akio selbst ist seit 1984 im Konzern beschäftigt und stieg 2005 zum Vizechef des Unternehmens auf.

Zuvor hatte Toyota mitgeteilt, dass im vergangenen Jahr weltweit 8,972 Millionen Fahrzeuge verkauft wurden. Das waren 4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Toyota Motor könnte trotzdem den US-Konzern General Motors als weltweit größten Autohersteller ablösen. Zahlen von General Motors aus Detroit werden am Mittwoch erwartet.

Die Ernennung des 52-jährigen Toyoda war schon erwartet worden. Sie muss noch auf einer Aktionärsversammlung im Juni bestätigt werden. .

Die von den USA ausgelöste weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise macht auch Toyota zu schaffen. Vor allem im wichtigen Markt Nordamerika brach die Nachfrage im vergangenen Jahr ein. Toyota rechnet in dem am 31. März endenden Finanzjahr deshalb mit dem ersten Verlust in 70 Jahren. Erwartet wird ein Minus von 150 Milliarden Yen (1,24 Milliarden Euro).

Die Zeitung "Yomiuri" berichtete am Dienstag, um angesichts des Nachfragerückgangs Kosten zu sparen wolle Toyota im Laufe dieses Jahres in Japan komplett auf Zeitarbeiter verzichten. Der Konzern erklärte dazu nur, noch sei nichts entschieden.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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