Volkswagen Wildern bei Fiat

Luca de Meo, gegenwärtig Marketingchef bei Fiat, wechselt zu Volkswagen. Der 41-Jährige war verantwortlich für den Erfolg der jüngsten Modelle, insbesondere des neu aufgelegten Klassikers Cinquecento. Fiat-Boss Sergio Marchionne bedauerte de Meos Abgang.

Hamburg - Der Fiat-Marketingchef Luca de Meo räumt nach Informationen das Fachmagazins "Auto, Motor und Sport" seinen Posten in Turin und wechselt zu Volkswagen . Der 41-Jährige war bisher außerdem CEO von Alfa Romeo und Abarth. Volkswagen wollte sich gegenüber manager-magazin.de zu der Personalie nicht äußern. "Wir nehmen zu Personalspekulationen keine Stellung", sagte ein Unternehmenssprecher.

Welche Aufgabe de Meo in Wolfsburg wahrnehmen soll, ist bisher nicht bekannt. Möglich wäre, dass er eine leitende Funktion im Vertrieb wahrnimmt. Eine andere denkbare Variante wäre, dass der Italiener eine zentrale Position bei Seat besetzt. Der Gewinn der spanischen VW-Tochter war im Zuge der Finanzkrise rasant eingebrochen.

Bei Fiat  wurde de Meos Abgang offensichtlich nur mit Zähneknirschen hingenommen. Der italienischen Zeitung La Repubblica zufolge bedauerte Fiat-Boss Sergio Marchionne den Abgang seines Marketingvorstands sehr. Er sei enttäuscht über die von de Meo getroffene Wahl, habe aber Verständnis dafür, dass dieser sich in seinem Alter noch anderen beruflichen Herausforderungen stellen möchte, so die Zeitung. "Auto, Motor und Sport" dagegen berichtet unter Berufung auf italienische Unternehmenskreise, dass es zwischen de Meo und Marchionne unterschiedliche Auffassungen über die Restrukturierungspläne der Marken gegeben habe.

Bisher war der erfolgreiche de Meo, der seit sieben Jahren bei Fiat arbeitet, einer der Hoffnungsträger des Konzerns. Mit dem Relaunch des Klassikers Cinquecento im neuen Gewandt und der Wiederauferstehung der Marke Abarth schaffte es der smarte Manager, den guten Ruf der angeschlagenen Marke wieder aufzupolieren.

Dieser Erfolg wurde belohnt: Erst im vergangenen Jahr war er in das wichtige Gremium "Group Executive Council" aufgerückt. Auf der anderen Seite warf man de Meo im Zusammenhang mit seinem Abgang vor, dass der Absatz von Alfa Romeo unbefriedigend sei.

manager-magazin.de

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