Madoff-Skandal U-Haft abgelehnt

Der mutmaßliche Milliardenbetrüger Bernard Madoff muss vorerst doch nicht in Haft, sondern kann in seinem Luxusapartment bleiben: Ein US-Richter lehnte die von der Staatsanwaltschaft geforderte Haft für den unter Hausarrest stehenden Börsenbroker ab. Allerdings wurden die Kautionsauflagen für den 70-Jährigen verschärft.

New York - Der unter Betrugsverdacht stehende US-Investor Bernard Madoff muss nicht in Untersuchungshaft. Ein Gericht in New York wies am Montag einen Antrag der Staatsanwaltschaft zurück, die gegen Kaution gewährte Haftverschonung aufzuheben. Damit bleibt Madoff bis zu seinem Prozess vorerst weiter in seinem Luxuspenthouse unter Hausarrest.

Allerdings wurden die Kautionsauflagen für den 70-Jährigen verschärft. Die Auflagen sehen vor, dass Madoff eine detaillierte Liste sämtlicher beweglicher Besitztümer vorlegen muss und keine seiner Guthaben mehr transferieren darf, wie aus den im Internet veröffentlichten Anordnungen hervorgeht.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hat Madoff die Haftverschonung verwirkt. Die Ermittler werfen ihm vor, er habe mehr als 200 Millionen Dollar an Verwandte und engste Freunde schicken wollen, nachdem seine betrügerischen Geschäfte aufgeflogen seien. Zudem habe er Angehörigen über Weihnachten Schmuck im Wert von mehr ein eine Million Dollar zukommen lassen. Er habe damit beabsichtigt, sein Vermögen in Sicherheit zu bringen, falls geprellte Investoren ihm mit Schadenersatzforderungen zu Leibe rückten wollten.

Madoff wird vorgeworfen, Investoren mit einem Schneeballsystem um bis zu 50 Milliarden Dollar betrogen zu haben. Zu den potentiellen Opfern zählen namhafte Banken und Fonds, aber auch Universitäten und Wohltätigkeitsorganisationen. Madoffs Vermögen ist eingefroren. Bei einer Verurteilung drohen dem Broker und Ex-Nasdaq-Chef bis zu 20 Jahre Gefängnis.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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