Deutsche Bank Topbroker nimmt seinen Hut

Boaz Weinstein verlässt die Deutsche Bank. Der bisherige Chef des weltweiten Anleihenhandels will einen Hedgefonds gründen. Der 35-Jährige, dem 15 enge Mitarbeiter folgen, soll für einen Milliardenverlust verantwortlich gewesen sein.

New York - Der US-Anleihehändler Boaz Weinstein verlässt einem Pressebericht zufolge die Deutsche Bank , um einen Hedgefonds zu gründen. Der 35-Jährige nehme 15 seiner Mitarbeiter mit sich, berichtet das "Wall Street Journal" (WSJ) am Freitag auf seiner Webseite. Weinstein arbeitet bei der Deutschen Bank schon seit elf Jahren als Anleihehändler, er galt über Jahre als eines der größten Talente der Wall Street und war mit 27 Jahren der jüngste Geschäftsführer, den die Bank jemals hatte.

Zusammen mit Colin Fan war der leidenschaftlich Schachspieler seit Mitte vergangenen Jahres für den weltweiten Anleihenhandel der Deutschen Bank verantwortlich. Fan werde diesen Bereich nun alleine leiten, sobald Weinstein - vermutlich zu Beginn des zweiten Quartals - die Deutsche Bank verlassen habe, schreibt das WSJ weiter.

Ein Sprecher des Instituts sagte, die Bank wünsche Boaz und seinem neuen Projekt viel Erfolg. Die Bank freue sich darauf, künftig mit ihm zusammenzuarbeiten. Weinstein selbst war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Die Deutsche Bank hatte Berichten zufolge im Dezember mit einer Wette auf die Entwicklung von Unternehmensanleihen im Eigenhandel einen Verlust von mehr als einer Milliarde Dollar verzeichnet. Der verantwortliche Leiter der Gruppe, die die Verluste eingefahren hatte, soll Weinstein gewesen sein.

manager-magazin.de mit Material von dow jones

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