Infineon Anklage gegen Ex-Chef Schumacher

Die Staatsanwaltschaft München hat Anklage gegen den ehemaligen Infineon-Chef Ulrich Schumacher erhoben. Dem Manager werden Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr und versuchter Prozessbetrug zur Last gelegt.

München - Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft München gegen den ehemaligen Infineon-Chef Ulrich Schumacher lauteten auf Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr und versuchten Prozessbetrug, sagte Oberstaatsanwalt Anton Winkler am Freitag. Damit bestätigte Winkler weitgehend einen Bericht von "Focus online".

Ob Schumacher wie dort erwähnt auch Steuerhinterziehung vorgeworfen wird, wollte Winkler unter Verweis auf das Steuergeheimnis nicht kommentieren. Wann der Prozess gegen ihn beginnt, steht noch nicht fest. Die Münchener Staatsanwaltschaft ermittelt bereits seit 2005 gegen den Manager.

Ein Sprecher von Schumacher sagte gegenüber manager-magazin.de, die Klage liege den Anwälten bislang nicht vor. "Schumacher hat nie auch nur einen Cent genommen. Er sieht dem weiteren Vorgehen gelassen entgegen und hat vollstes Vertrauen in die Justiz", so der Sprecher.

Schumacher, der inzwischen den chinesischen Chipauftragsfertiger Grace Semiconductor führt, soll sich wegen mutmaßlicher Bestechungszahlungen durch einen früheren Geschäftspartner verantworten. Der Sponsorenvermittler hat die Zahlungen vor Gericht eingeräumt und war dafür im Herbst 2006 zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Der frühere Infineon-Vorstand Andreas von Zitzewitz hatte eingeräumt, Geld von dem Geschäftsmann angenommen zu haben, der von Zitzewitz und Schumacher nach eigenen Angaben mehrere hunderttausend Euro im Rahmen von Motorsport-Spektakeln hat zufließen lassen.

Der Vorwurf des versuchten Prozessbetrugs bezieht sich dem Bericht zufolge auf eine juristische Auseinandersetzung zwischen Schumacher und Infineon  nach seinem Ausscheiden. Damals hatte das Unternehmen die zweite Rate seiner Abfindung in Höhe von insgesamt 5,2 Millionen Euro einbehalten. Schumacher war vor Gericht gezogen, um die Auszahlung der kompletten Summe zu erzwingen. Dass er dabei aussagte, er habe nie Gelder vom früheren Geschäftspartner Schneider erhalten, hält die Staatsanwaltschaft dem Bericht zufolge für versuchten Prozessbetrug.

Schumacher war 2004 im Streit mit dem restlichen Vorstand - darunter dem amtierenden Infineon-Chef Peter Bauer - als Chef des Chipkonzerns zurückgetreten.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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