Reichster Chinese Frau Huang unter Hausarrest

Es wird eng für den chinesischen Selfmade-Milliardär Huang Guangyu: Die Polizei hat Du Juan, die Gattin des reichsten Chinesen, unter Arrest gestellt. Huang sitzt selbst in Haft, weil er Aktienkurse manipuliert haben soll. Die Ermittler wollen verhindern, dass seine Frau untertaucht.

Hamburg - Familienkrise bei den Huangs: Nach der Verhaftung des Milliardärs Huang Guangyu und nach den Ermittlungen gegen seinen Bruder Junqin ist nun auch seine Frau Du Juan ins Visier der Ermittler geraten. Die schwerreiche chinesische Familie steckt in der Klemme: Die Justiz wirft dem Unternehmer Huang Presseberichten zufolge Insiderhandel vor. So soll er die Aktienkurse mehrerer Firmen, darunter des Medizinunternehmens Jintai, das seinem Bruder gehört, manipuliert haben.

Gome-Gründer Huang: Zum zweiten Mal unter Verdacht

Gome-Gründer Huang: Zum zweiten Mal unter Verdacht

Foto: REUTERS

Jetzt hat die Polizei nach Angaben staatlicher chinesischer Medien auch Huangs Ehefrau Du Juan unter Arrest gestellt. Sie war demnach kurzzeitig verschwunden und erst vor Weihnachten wieder in ihre Villa in Peking zurückgekehrt. Die Ermittler wollen nun verhindern, dass die 37-Jährige sich ins Ausland absetzt. Sie werde ständig von der Polizei überwacht und dürfe ihr Haus nicht verlassen, heißt es. Du Juan war viele Jahre Geschäftspartnerin ihres Mannes und hat Teile des Unternehmens geführt.

Huang Guangyu hat seine Unternehmerkarriere als kleiner Uhrenhändler im südchinesischen Guangdong begonnen. Als 18-Jähriger verkaufte er seine Ware in einem angemieteten Laden. Gemeinsam mit seinem Bruder baute er daraus ab Ende der achtziger Jahre die Haushaltsgeräte- und Elektro-Kette Gome auf. Inzwischen betreibt das Unternehmen mehr als 1200 Filialen in 280 Städten in China. Rund 300.000 Menschen arbeiten für den Konzern. Gome meldete für die ersten neun Monate des Jahres 2008 ein Umsatzwachstum von 20 Prozent.

Huangs Vermögen wird auf umgerechnet fünf Milliarden Euro geschätzt, auf der Liste des Hurun-Instituts der reichsten Chinesen nahm er 2008 die Spitzenposition ein. Das US-Magazin "Forbes" schätzt sein Vermögen dagegen halb so groß ein. In der "Forbes"-Liste rangiert Huang auf Platz zwei.

Huang lernte Du Juan Mitte der neunziger Jahre kennen. Damals arbeitete sie einem Bericht der Londoner "Times" zufolge in der Kreditabteilung der Bank of China , während Huang dabei war, Gome als landesweite Handelskette aufzubauen. Das Paar heiratete 1996 und hat inzwischen drei Kinder. Du Juan verantwortete das Gome-Geschäft in Hongkong und gehörte dem Vorstand des Unternehmens seit August 2002 an. Im März 2007 war sie an der Gründung einer 500 Millionen Dollar schweren Private-Equity-Firma gemeinsam mit der US-Investmentbank Bear Stearns  beteiligt.

Seit dem 19. November sitzt Huang Berichten zufolge in Haft, ein Übergangschef führt seit dem 23. Dezember die Geschäfte der Elektro-Kette. Gome setzte eine Arbeitsgruppe ein, die die Auswirkungen des Falles auf die Geschäfte untersuchen soll. Erste Prüfungen haben demnach keine Beweise ergeben. Auch die chinesische Justiz hat ihre Vorwürfe gegen Huang und seine Familie nicht weiter konkretisiert.

Die Pekinger Polizei bestätigte am Mittwoch lediglich, dass Huang vernommen und dass gegen seine Frau wegen möglicher Fälle von Wirtschaftskriminalität ermittelt werde. Der Fall unterstehe "direkt der Verantwortung des Polizeiministeriums". Bereits im Oktober 2006 ermittelten die chinesischen Justizbehörden gegen die Gebrüder Huang. Damals wurde ihnen vorgeworfen, illegale Kredite erhalten zu haben. Zu einer Anklage kam es nie.

manager-magazin.de mit Material von SPIEGEL ONLINE

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