Freitag, 15. November 2019

Krisenticker Bundesbank sieht neue Eintrübung

In den USA sind die Verbraucherkredite im November überraschend stark eingebrochen. Die Wirtschaftsaussichten für 2009 haben sich nach Ansicht der Deutschen Bundesbank weiter verschlechtert. Der Staat steigt mit 25 Prozent bei der Commerzbank ein. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

22.04 Uhr: Der New Yorker Aktienmarkt schließt am Donnerstag uneinheitlich. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen notiert zum Handelsschluss mit einem Minus von 0,3 Prozent bei 8742 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index legt dagegen 0,3 Prozent auf 909 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen gewinnt 1,1 Prozent auf 1617 Punkte.

21.25 Uhr: In den USA sind die Verbraucherkredite im November überraschend stark eingebrochen. Sie seien zum Vormonat um 7,94 Milliarden US-Dollar zurückgegangen, teilte die US-Notenbank am Donnerstag in Washington mit. Volkswirte hatten mit einem Rückgang um lediglich 0,5 Milliarden US-Dollar gerechnet. Der Vormonatswert wurde von minus 3,54 auf minus 2,78 Milliarden Dollar revidiert.

Trübe Aussichten: Bundesbank-Chef Axel Weber
21.10 Uhr: Die Wirtschaftsaussichten für das laufende Jahr haben sich nach Ansicht der Deutschen Bundesbank weiter eingetrübt. Das Schlussquartal 2008 dürfte "wohl schlechter ausgefallen sein, als zuvor von uns erwartet", sagte Bundesbank-Präsident Axel Weber am Donnerstagabend in Köln. "Diese Entwicklung würde auch die BIP- Prognose für Deutschland für das laufende Jahr weiter belasten", sagte Weber laut Redemanuskript, ohne Zahlen zu nennen. Bislang war die Bundesbank für 2009 von einem Schrumpfen der Wirtschaft um 0,8 Prozent ausgegangen. "Insbesondere der Einstieg in das Jahr 2009 dürfte durch eine fortgesetzte Konjunkturschwäche gekennzeichnet sein", sagte Weber. Auch im weiteren Jahresverlauf seien "die Belastungsfaktoren als hoch einzuschätzen", meinte der Bundesbank-Chef.

18:49 Uhr: Den USA droht nach Einschätzung ihres künftigen Präsidenten Barack Obama der Absturz in eine jahrelange Rezession, falls der Staat nicht bald mit massiven Ausgaben gegensteuert. In einer Grundsatzrede stellte Obama am Donnerstag Details seines geplanten Konjunkturprogramms vor. Als ersten Schritt zur Belebung der Binnennachfrage in den USA brachte Obama eine Steuersenkung von 1000 Dollar (730 Euro) ins Gespräch, die 95 Prozent der Arbeitnehmerfamilien zugute kommen soll. Er kündigte in seiner Rede in Fairfax bei Washington außerdem an, die Erzeugung alternativer Energien in den USA binnen drei Jahren mit staatlicher Hilfe zu verdoppeln und 75 Prozent aller Gebäude der US-Bundesverwaltung ökologisch zu modernisieren. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schlug in Paris die Gründung eines Weltwirtschaftsrates vor.

17.45 Uhr: Der deutsche Aktienhandel schließt den zweiten Tag in Folge mit Verlusten. Der Dax Börsen-Chart zeigen geht mit einem Minus von 1,17 Prozent bei 4879,1 Punkten aus dem Handel.

17.15 Uhr: Die SPD hat erneut umfangreichen Steuersenkungen zur Ankurbelung der Konjunktur eine Absage erteilt. Die Vorschläge aus der Union zur Beseitigung des sogenannten Mittelstandsbauches bei den Steuersätzen werde die SPD nicht mittragen, sagte SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier am Donnerstag. Dies würde 25 bis 27 Milliarden Euro kosten. Eine derartige Maßnahme sei sinnlos, da dann dem Staat die Substanz zum Handeln genommen werde. Unionsintern wird das Volumen für den Einstieg in Steuersenkungen auf lediglich 7,5 Milliarden Euro veranschlagt.

Abenddämmerung: Der Staat steigt mit 25 Prozent plus 1 Aktie bei der Commerzbank ein.
16.54: Die Commerzbank wird zu einem Viertel verstaatlicht. Der Bund übernehme 25 Prozent plus eine Aktie an der zweitgrößten Bank des Landes, teilte die Commerzbank am Donnerstag in Frankfurt am Main mit. Die Bank erhalte zusätzliches Eigenkapital im Wert von zehn Milliarden Euro.

16.30 Uhr: Heftige Kursverluste bei den Finanzwerten drücken den Dax um mehr als 2 Prozent nach unten. Die Aktien der Commerzbank brechen um rund 20 Prozent ein, und auch Titel der Deutschen Bank geben stark nach. Hintergrund sind Berichte über einen zusätzlichen Kapitalbedarf der Commerzbank. An der Wall Street gibt der Dow Jones unterdessen 1,1 Prozent ab.

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