Zumwinkel-Affäre Staatsanwältin unter Druck

Die durch das Steuerstrafverfahren von Ex-Post-Chef Klaus Zumwinkel bekannt gewordene Bochumer Staatsanwältin Margrit Lichtinghagen soll Presseberichten zufolge ihre Zuständigkeit für die Liechtenstein-Verfahren verlieren. Lichtinghagen soll nach internen Querelen künftig in einer anderen Abteilung arbeiten.

Bochum - Das berichteten am Freitag die in München erscheinende "Süddeutsche Zeitung" sowie die in Berlin erscheinende Tageszeitung "Die Welt". Ein Sprecher der Bochumer Staatsanwaltschaft wollte sich dazu auf Anfrage nicht äußern. "Zu Personalfragen nehmen wir grundsätzlich nicht Stellung", sagte er.

Laut "Süddeutscher Zeitung" will die Leitung der Staatsanwaltschaft die Strafverfolgerin aus der Schwerpunktabteilung Wirtschaft abziehen. Sie soll in einer anderen Abteilung der Staatsanwaltschaft arbeiten.

Grund für den geplanten Wechsel sind dem Blatt zufolge interne Auseinandersetzungen über die Arbeit der Ermittlerin. Der Leiter der Behörde soll Lichtinghagen in einem Gespräch vorgeworfen haben, sie habe sich gegenüber der Amtsleitung "hinterhältig" verhalten. Die Amtsleitung wird dem Blatt zufolge bei ihrem Vorgehen von dem Hammer Generalstaatsanwalt Manfred Proyer unterstützt. Nordrhein-Westfalens Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) hingegen sei - derzeit zumindest noch - gegen einen Wechsel der Staatsanwältin.

Im Zusammenhang mit millionenschweren Steuerhinterziehungen über das Fürstentum Liechtenstein ermittelt die Bochumer Staatsanwaltschaft gegen rund 900 Personen, darunter Zumwinkel. Der frühere Postchef muss sich am 22. und 26. Januar vor dem Landgericht Bochum verantworten.

Lichtinghagen war unter Druck geraten, nachdem ein Teil der Anklage gegen Zumwinkel wegen Verjährung nicht zugelassen wurde. Ein Durchsuchungsbeschluss war wegen organisatorischer Probleme einen Tag zu spät erlassen worden. Die hinterzogene Summe, wegen der Zumwinkel angeklagt wird, liegt damit unter einer Million Euro - und damit unter dem Richtwert, ab dem in der Regel Gefängnisstrafen ohne Bewährung verhängt werden.

manager-magazin.de mit Material von ddp.djn

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