LBBW Strafanzeigen gegen Vorstände

Die Verluste der angeschlagenen Landesbank Baden-Württemberg beschäftigen unterdessen auch die Justiz. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart prüft derzeit, ob gegen LBBW-Chef Siegfried Jaschinski und seine Vorstandskollegen der Verdacht der Untreue besteht.

Stuttgart - Mehrere Privatpersonen werfen dem Vorstand der größten deutschen Landesbank LBBW Untreue vor und haben Strafanzeige erstattet. Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft prüfe die zum Teil anonym eingegangenen Schreiben und die pauschal gehaltenen Vorwürfe, sagte eine Behördensprecherin am Freitag.

Die Anzeigeerstatter machten geltend, dass die Verluste der LBBW auch durch kriminelle Handlungen des siebenköpfigen Managements verursacht worden seien. Außer gegen die Vorstände der LBBW seien auch Strafanzeigen gegen die Vorstandsmitglieder anderer Landesbanken gestellt worden. Die Staatsanwaltschaft habe diese Verfahren an die zuständigen Ermittlungsbehörden abgegeben. Ein Sprecher der LBBW sagte, die Bank sehe keine Anhaltspunkte für ein Fehlverhalten. Im Einzelnen wolle sich das Institut jedoch nicht zu den Vorwürfen äußern.

Die Landesbank ist wie andere staatliche Kreditinstitute im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise in eine Schieflage geraten und braucht in den kommenden Monaten fünf Milliarden Euro frisches Kapital von ihren Eignern. Im laufenden Jahr summiert sich der Verlust auf deutlich mehr als eine Milliarde Euro. Die LBBW gehört dem Land Baden-Württemberg, den Sparkassen und der Stadt Stuttgart.

Die Eigner wollen am Freitag einen Gutachter einsetzen, der die Bilanz der Bank - zusätzlich zum Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers - unter die Lupe nimmt. Damit soll geklärt werden, ob und welche weiteren Risiken in den Büchern schlummern.

manager-magazin.de mit Material von reuters und ap

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