Montag, 21. Oktober 2019

Ex-Nasdaq-Chef Anleger um 50 Milliarden Dollar betrogen?

Er war einer der einflussreichsten Männer an der New Yorker Börse - nun ist Bernard Madoff von der Polizei festgenommen worden. Der Ex-Nasdaq-Chef soll Investoren und Anleger um rund 50 Milliarden Dollar betrogen haben.

New York - Es wäre ein gigantischer Betrug: Bernard Madoff, Ex-Chef der US-Technologiebörse Nasdaq Börsen-Chart zeigen, soll Investoren in einem Schneeball-System um rund 50 Milliarden Dollar gebracht haben. Dem 70-Jährigen wird vorgeworfen, mittels eines Hedge-Fonds ein Schneeball-System aufgebaut zu haben, bei dem Investoren hohe Gewinne versprochen werden, die zunächst mit dem Geld weiterer Anleger bezahlt werden. Madoff war einer der einflussreichsten Berater und Investoren an der New Yorker Börse.

Der Manager hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft zugegeben, dass sein Geschäft seit Jahren zahlungsunfähig sei. Laut Staatsanwaltschaft und FBI hatte er Anfang des Jahres der US-Börsenaufsicht SEC mitgeteilt, dass ihm ein bis zwei Dutzend Kunden der Firma ein Vermögen von insgesamt rund 17 Milliarden Dollar anvertraut hätten.

Leitenden Angestellten seiner Firma soll er laut Anklage eingestanden haben: "Es ist alles eine große Lüge". Im Grunde sei es ein riesiges Schneeballsystem gewesen. Sollten sich die Vorwürfe gegen Madoff bestätigen, wäre es einer der größten Betrugsfälle in der US-Geschichte, vergleichbar dem Enron-Skandal von 2001.

Madoff wurde gegen die Hinterlegung einer mit seinem Manhattaner Apartment abgesicherten Zehn-Millionen-Dollar-Kaution auf freien Fuß gesetzt. Sein Anwalt sagte vor Journalisten: "Wir werden kämpfen, um aus dieser unglücklichen Verkettung von Ereignissen herauszukommen." Im Falle einer Verurteilung drohen Madoff 20 Jahre Gefängnis und eine Geldbuße von fünf Millionen Dollar.

Das Wertpapierhandelsunternehmen Madoffs verfügt nach Angaben ihrer Webseite über mehr als 700 Millionen Dollar Kapital. In der Selbstdarstellung heißt es auch, Madoff habe "ein persönliches Interesse", seinen untadeligen Ruf der Fairness und hoher moralischer Standards aufrechtzuerhalten.

manager-magazin.de mit Material von reuters und ap

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