Siemens Ein Vorstand weniger

Der Chef der Sparte Siemens-Medizintechnik räumt nur ein halbes Jahr nach seinem Amtsantritt überraschend seinen Posten. Jim Reid-Anderson gibt die Führung des Sektors aus persönlichen Gründen zum Ende des Monats auf. Ein anderer Siemens-Vorstand wird die Aufgaben des Ex-Dade-Chef übernehmen.

München - Der erst seit einigen Monaten amtierende Medizintechnik-Vorstand von Siemens  räumt überraschend seinen Posten. Jim Reid-Anderson lege sein Amt "aus persönlichen Gründen" nieder, teilte das Unternehmen am Freitag in München nach einer Aufsichtsratssitzung mit.

Nachfolger werde Technologie-Vorstand Hermann Requardt, der die Aufgabe zusätzlich zu seiner jetzigen übernehme. Auch der Medizintechnik-Finanzchef wechselt: Auf Klaus Stegemann folgt der bisherige Investor-Relations-Leiter Michael Sen. Die Neuerungen treten zum 1. Dezember in Kraft.

Reid-Anderson hatte Anfang Mai Erich Reinhardt abgelöst, der im Zuge der Schmiergeld-Affäre zurückgetreten war. Reinhardt zog damit die Konsequenzen aus Informationen bei der Aufarbeitung des Korruptionsskandals. Auch in der Siemens-Medizintechniksparte wurde schwarze Kassen entdeckt. Über Konten in Dubai und anderswo sollen von 2001 bis 2006 fragwürdige Zahlungen in Höhe von fast 70 Millionen Euro abgewickelt worden sein

Reid-Anderson, der sowohl einen britischen als auch einen amerikanischen Pass besitzt, war vorher Chef des von Siemens übernommenen US-Diagnostikunternehmens Dade Behring. Vor seiner Tätigkeit bei Dade war Reid-Anderson Finanzmanager bei Pepsico, Grand Metropolitan und Mobil Oil gewesen.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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