Krisenticker Austrian Airlines verliert 400 Millionen Euro

Die Fluglinie Austrian Airlines setzt alle Hoffnung in Staatsgelder. Zumindest der deutsche Mittelstand sei für die Rezession gut gerüstet, sagt eine KfW-Studie. Die US-Börsen schließen durchwachsen. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

19.09 Uhr: Die US-Börsen haben sich am Freitag uneinheitlich aus einem verkürzten Handel verabschiedet. Die frostige Stimmung im Finanzsektor taue nach den Fed-Maßnahmen zum Wochenstart etwas auf. Der Leitindex Dow Jones baute seine frühen Gewinne aus und ging mit plus 1,17 Prozent auf 8829,04 Punkte ins Wochenende. Im Wochenvergleich verbuchte er damit ein Plus von rund 9,7 Prozent.

18.57 Uhr: Italiens Kabinett hat am Freitag ein milliardenschweres Konjunkturpaket beschlossen. Insgesamt summiere sich das Volumen auf 80 Milliarden Euro, sagte Ministerpräsident Silvio Berlusconi. Experten zeigten sich allerdings enttäuscht, weil das Programm zum Großteil aus bereits verfügbaren Mitteln bestehe. Wirtschaftsminister Giulio Tremonti erklärte, mehr Geld könne Italien wegen seines enormen Schuldenbergs - dem drittgrößten weltweit - nicht für die Konjunktur ausgeben. Mit bis zu zwölf Milliarden Euro will die Regierung den heimischen Banken unter die Arme greifen und vor allem ihre Kredite absichern.

18.11 Uhr: Der Nettoverlust der ins Trudeln geratenen österreichischen Fluggesellschaft Austrian Airlines wird in diesem Jahr möglicherweise auf mehr als 400 Millionen Euro steigen. Außerdem braucht die AUA nach eigenen Angaben zusätzliche Millionen an Staatsgeldern, um die kommenden Monate überstehen zu können, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

17.48 Uhr: Der Dow Jones (Kurswerte anzeigen) notiert mit 0,3 Prozent im Plus bei 8743 Punkten.

17.30 Uhr: Der Dax (Kurswerte anzeigen) beendet den Xetra-Handel nahezu unverändert bei 4669 Punkten (plus 0,1 Prozent).

15.32 Uhr: Mit Schweden ist ein weiteres Mitgliedsland der Europäischen Union in die Rezession gerutscht. Im dritten Quartal sank die Wirtschaftsleistung um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie Finanzminister Anders Borg am Freitag in Stockholm mitteilte. Schweden erwarte ein "wirklich harter Winter", bereitete Borg die Bürger auf unbequeme Zeiten vor.

15.17 Uhr: Renault hat in Russland als erster ausländischer Autobauer wegen der schwachen Nachfrage einen Produktionsstopp angekündigt. Die Bänder im Moskauer Werk sollen ab Mitte Dezember für einen Monat stillstehen, teilte ein Renault-Sprecher am Freitag nach Angaben der Agentur Itar-Tass mit. Die Verkaufszahlen für das russische Modell Logan seien im Oktober und November stark zurückgegangen. Insgesamt will Renault im laufenden Jahr 80.000 Wagen in Moskau herstellen.

14.45 Uhr: Japans Industrie hat ihre Produktion kräftig gedrosselt. Im Oktober ging die Fertigung unerwartet stark um 3,1 Prozent zurück. Das Verarbeitende Gewerbe wird nun voraussichtlich im letzten Vierteljahr im Rekordtempo um 8,6 Prozent schrumpfen. Exportstarken Firmen wie Toyota brechen wegen der Flaute auf den Weltmärkten die Aufträge weg. Der Konjunkturhimmel verdüstert sich damit bedrohlich, da mit dem Ausfuhrgeschäft eine wichtige Stütze der Wirtschaft wegbricht. Manche Experten befürchten, dass Japan die längste konjunkturelle Durstrecke seiner Geschichte droht.

14.27 Uhr: Umsatz- und Ertragsrückgänge zwingen den Porzellanhersteller Rosenthal nach eigenen Angaben zu weiteren Rationalisierungsmaßnahmen. Der Umsatz des Konzern lag in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2008/09 (31. März) mit 71 Millionen Euro um 5,9 Prozent unter Vorjahresniveau. Der Verlust sei um 1,9 Millionen auf 7,2 Millionen Euro gestiegen, teilte das Unternehmen mit. Neben der Kaufzurückhaltung im Inland wirke sich die Abkühlung der Weltkonjunktur das internationale Geschäft aus.

14.13 Uhr: Gut eine Stunde vor Handelsbeginn in den USA notieren die deutschen Aktienmärkte in der Verlustzone. Die Futures an der Wall Street stehen ebenfalls in der Verlustzone. Der Dax  gibt 1,5 Prozent ab und steht damit knapp unter 4600 Punkten. Nach einem guten Start hatten die Anleger ihre Gewinne vom Morgen eingestrichen.

13.55 Uhr: Italiens Regierung hat Konjunkturpaket zur Ankurbelung der Wirtschaft beschlossen. Darin enthalten seien Steuererleichterungen für sozialschwächere Familien in Höhe von 2,4 Milliarden Euro, sagt Wirtschaftsminister Giulio Tremonti. Das Land hatte vor rund zwei Wochen angekündigt, seiner Wirtschaft mit einem Hilfspaket von 80 Milliarden Euro unter die Arme zu greifen. Nach früheren Angaben Tremontis soll das Programm über mehrere Jahre laufen und sich zur Hälfte auf EU-Mittel stützen.

13.40 Uhr: Wendung im Fall BayernLB: Die schwer angeschlagene Landesbank über zehn Milliarden Euro schwere Kapitalspritze darüberhinaus Garantien erhalten, die ihren Fortbestand sichern. So sollen mit weiteren sechs Milliarden Euro zusätzlich riskante Papiere im Portfolio der Bank abgesichert werden, lllzur Verfügung gestellt, sagte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) am Freitag in München. Hinzu kommen sollen als vorbeugende Garantie aus dem Rettungsschirm des Bundes 15 Milliarden Euro. Unter dem Strich belaufen sich die Hilfen damit auf 31 Milliarden Euro.

13.04 Uhr: Der deutsche Mittelstand ist vor Beginn der Wirtschaftsflaute besser aufgestellt gewesen als in den Vorjahren. Er habe bereits bewiesen, dass er sich auf veränderte Finanzierungsbedingungen einstellen könne, heißt es in der am Freitag in Frankfurt vorgestellten Mittelstandsuntersuchung der KfW- Bankengruppe. "Die mittelständischen Unternehmen haben die Phase der guten Konjunktur gut genutzt", sagte KfW-Vorstand Wolfgang Kroh laut Mitteilung. Dies sei eine entscheidende Voraussetzung, auch in der aktuellen Krise bestehen zu können.

12.30 Uhr: Der britische Staat wird Mehrheitseigner bei der Royal Bank of Scotland (RBS). Da die angeschlagene Großbank für eine Kapitalerhöhung von 15 Milliarden Pfund (18 Mrd Euro) keine privaten Investoren fand, kauft nun der Staat die Aktien, wie RBS am Freitag in London mitteilte. Weil die Regierung mit Hilfe des britischen Banken-Rettungspakets zudem RBS-Vorzugsaktien im Wert von 5 Milliarden Pfund erwerben wird, summiert sich der Anteil des Staats an der Großbank damit auf fast 58 Prozent. Es handele sich jedoch nur um eine "vorübergehende" Verstaatlichung, hieß es. London will die Aktien nicht auf Dauer halten.

11.35 Uhr: Die jährliche Inflationsrate in der Eurozone ist im November deutlich auf 2,1 Prozent gesunken. Das gab das Europäische Statistikamt Eurostat am Freitag bekannt. Im Oktober waren die Verbraucherpreise in den 15 Euro- Ländern auf Jahressicht noch um 3,2 Prozent gestiegen. Damit liegt die derzeitige Teuerungsrate fast bei der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB) von knapp 2 Prozent, bei der für die EZB Preisstabilität herrscht.

Die rückläufige Inflation vergrößert nach Einschätzung der Commerzbank den geldpolitischen Handlungsspielraum der EZB. Vor dem Hintergrund des kräftigen Rückgangs der Teuerung sei es wahrscheinlich, dass die EZB nächste Woche ihren Leitzins um 0,75 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent senke, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Studie.

11.10 Uhr: Der Freistaat Bayern und der Bund wollen gemeinsam die Milliarden-Risiken bei der angeschlagenen BayernLB schultern. Vorgesehen sei, der Landesbank bis zu zehn Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen, sagte die SPD-Politikerin Adelheid Rupp am Freitag nach einer Sitzung der BayernLB-Kontrollkommission im Landtag. Etwa sieben Milliarden Euro soll der Freistaat aufbringen, der Rest soll vom Bund kommen.

10.20 Uhr: Der Industriekonzern ThyssenKrupp (Kurswerte anzeigen) legt ein milliardenschweres Sparprogramm auf. Produktionsstillstände und Kurzarbeit werden nicht ausgeschlossen, teilte der Konzern während der Bilanzpressekonferenz am Freitag mit. Um auch die mittel- und langfristigen Ziele umzusetzen, müsse ThyssenKrupp die geplanten Strukturveränderungen "deutlich schneller umsetzen", hieß es.

9.40 Uhr: Die Absatzkrise im Automobilbau hat jetzt auch den Automobilzulieferer Sakthi Germany erfasst. Das Unternehmen hat für die deutschen Gießereien in Ueckermünde und Neunkirchen (Saarland) Insolvenz angemeldet. Die Sakthi Germany GmbH mit rund 900 Beschäftigten gehört zur indischen Sakthi Automotive Group. Die Gießereien fertigen Teile für Achsen, Getriebe, Motoren und Bremsen, unter anderem für Opel.

9.32 Uhr: Bayern sieht seine angeschlagene Landesbank in einer "dramatischen" Lage. Die von der Finanzkrise hart getroffene BayernLB stehe vor der größten Herausforderung ihrer Geschichte, sagt Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) am Freitag vor einer Krisensitzung zu Deutschlands zweitgrößter Landesbank. Die BayernLB sei allerdings eine "systemrelevante Bank". Damit deutet der Minister an, dass der Freistaat, der zusammen mit den Sparkassen die BayernLB-Anteile hält, eine Pleite nicht in Erwägung zieht.

9.25 Uhr: Die Deutsche Telekom  hat sich mit dem Betriebsrat auf die Zusammenlegung von Callcentern geeinigt. Bis Mitte 2011 werde die Zahl der Service Center der Deutsche Telekom Kundenservice GmbH auf 33 reduziert, teilt die Telekom am Freitag mit. Damit werde sich die Zahl der Standorte um 30 verringern. Laut Mitteilung einigten sich die Verhandlungspartner zudem auf einen Sozialplan mit einem Gesamtvolumen von bis zu 40 Millionen Euro.

9.01 Uhr: Getrieben von kräftigen Kursgewinnen bei der Commerzbank  und der Allianz  eröffnet der Dax (Kurswerte anzeigen) am Freitag im Plus. Die Aktie der Commerzbank schießt zunächst mit 18,46 Prozent auf 8,15 Euro nach oben, die der Allianz ziehen um knapp 9 Prozent auf rund 65 Euro an. Die Coba will die Übernahme der Allianz-Tochter Dresdner Bank vorziehen. Außerdem soll die zweite Tranche des Kaufpreises nicht in Commerzbank-Aktien, sondern in bar bezahlt werden. "Das Entscheidende hierbei ist, dass es keine weitere Kapitalerhöhung und damit auch keine zusätzliche Verwässerung der Commerzbank-Aktien gibt", sagt Marktanalyst Heino Ruland von FrankfurtFinanz. Offenbar überwiege am Markt trotz des geringeren Kaufpreises die Erleichterung darüber, dass der Deal doch noch über die Bühne geht. In den vergangenen Tagen sind zahlreiche Übernahmen verschiedener Branchen ins Wanken geraten.

8.55 Uhr: Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) ist kräftig gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) aus den Fördergebieten des Kartells habe am Donnerstag 47,38 US-Dollar gekostet, teilte die OPEC am Freitag mit. Das waren 1,91 Dollar mehr als am Mittwoch. Die OPEC berechnet ihren täglichen Durchschnittspreis auf der Basis von 13 wichtigen Sorten der Mitgliedsländer.

8.30 Uhr: Der Dax dürfte um 9 Uhr kaum verändert in den Handel starten. Vorbörslich stark gefragt sind die Aktien der Commerzbank, die sich im Geschäft des Handelshauses Lang & Schwarz um 14,5 Prozent verteuerten.

7 Uhr: Die Börsen in Fernost präsentieren sich zum Wochenausklang uneinheitlich. Die politischen Krisen in Indien und Thailand ließen die Anleger vorsichtig agieren. In Tokio schloss indes der Nikkei (Kurswerte anzeigen) nach positiven Arbeitsmarktdaten mit einem Plus von 1,7 Prozent auf 8512 Zähler. Die Arbeitslosenquote in Japan war im Oktober unerwartet auf 3,7 Prozent von 4 Prozent im September gefallen.

5 Uhr: Bei der angeschlagenen BayernLB sollen nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (Freitag) die Geschäfte der Bank drastisch beschnitten werden, um das Institut zu sanieren. "Ein Stellenabbau von 10 Prozent dürfte dabei nicht ausreichen", erfuhr die Zeitung aus Kreisen der Arbeitnehmervertreter. Die BayernLB der Zukunft werde "um einiges kleiner sein als heute". Die Bank selbst äußerte sich zu dem Bericht nicht. Die Bayern LB hat zurzeit weltweit 19.000 Mitarbeiter, 3500 davon arbeiten in München.

4.26 Uhr: Die chinesische Regierung will offenbar die Fluggesellschaften des Landes dazu auffordern, die Bestellungen von neuen Maschinen zu verschieben. Die staatliche Luftfahrtbehörde CAAC wolle mit den Airlines in nächsten Monat zusammentreffen, um über deren Kaufpläne zu diskutieren, berichtet die "South China Morning Post" am Freitag. Die Bestellungen bei Flugzeugleasingfirmen und Flugzeugherstellern wie Airbus und Boeing könnten rund drei bis fünf Monate hinausgeschoben werden.

3.34 Uhr: Der nordrhein-westfälische Finanzminister Helmut Linssen erwartet, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (beide CDU) und Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) in der Opel-Krise den neuen US-Präsidenten Barack Obama einschalten. "Natürlich muss es eine enge Abstimmung zwischen allen Beteiligten geben. Dazu gehört sicherlich auch das Gespräch der führenden Vertreter beider Regierungen", sagte Linssen "Rheinischen Post" (Freitagausgabe).

1.50 Uhr: Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) lehnt Diskussionen und Entscheidungen über ein weiteres Programm zur Stützung der schwachen Konjunktur vorerst ab. Anfang Januar trifft sich die Koalition, um über weitere Maßnahmen gegen die Rezession zu sprechen. "Ich würde mir wünschen, dass wir uns im neuen Jahr ein paar Wochen Zeit lassen, um die Wirkungen der jüngsten Entscheidungen zu beobachten", sagte Steinbrück der "Süddeutschen Zeitung" (Freitagsausgabe). "Wir wissen am 5. Januar nicht mehr als am 19. Dezember", fügte er mit Blick auf das Milliarden-Konjunkturpaket der Bundesregierung hinzu, das an diesem Tag auf den Weg gebracht sein wird.

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