Helaba Neuer Finanzchef berufen

Detlef Hosemann soll künftig das Finanzressort der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen leiten. Die Verantwortung für das Finanzressort lag bislang bei dem neuen Vorstandsvorsitzenden der Helaba, Hans-Dieter Brenner.

Frankfurt am Main - Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) hat ihren Risikomanager Detlef Hosemann zum Finanzchef bestellt. Der 40-Jährige werde sich zunächst als Generalbevollmächtiger um die Finanzen des Instituts kümmern, teilte die Helaba am Donnerstag mit.

Sobald die aufsichtsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt seien, werde Hosemann zum ordentlichen Vorstandsmitglied ernannt. Die Verantwortung für das Finanzressort lag bislang bei dem neuen Vorstandsvorsitzenden der Helaba, Hans-Dieter Brenner.

Hosemann war bei der Helaba bisher für die Steuerung des Kreditrisikos und das Controlling zuständig. Der promovierte Mathematiker kam 2002 von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG. Unter anderem war er auch bei der Deutschen Bank  beschäftigt.

Die Helaba steht trotz eines Verlusts im besonders krisenhaften dritten Quartal nach den ersten neun Monaten 2008 noch mit Gewinn da. Zwar sorgte die Finanzmarktkrise auch bei der Helaba für Belastungen in dreistelliger Millionenhöhe, was den Gewinn sowohl vor als auch nach Steuern einbrechen ließ. Im Vergleich zu anderen Landesbanken steht die Helaba jedoch noch gut da, wie Brenner am Donnerstag in einer Mitteilung betonte: "Die Helaba ist dank ihres konservativen Risikoprofils und ihres Geschäftsmodells im Wettbewerbsvergleich bislang relativ gut durch die Finanzmarktkrise gekommen."

Während andere Landesbanken Belastungen in Milliardenhöhe verkraften müssen und bereits den Staat zu Hilfe riefen, summierten sich die Bewertungskorrekturen bei der Helaba seit Beginn der Finanzkrise im Sommer 2007 auf knapp 700 Millionen Euro. Davon fielen 394 Millionen Euro von Januar bis Ende September 2008 an. Das Management bekräftigte, der betroffene Wertpapierbestand sei von hoher Qualität, Erträge seien somit in die Zukunft verschoben.

Im dritten Quartal, in dem sich die Finanzkrise nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers Mitte September nochmals drastisch zugespitzt hatte, rutschte die Helaba gleichwohl in die roten Zahlen: Vor Steuern fiel ein Minus von 57 Millionen Euro an.

Wegen der beiden besseren Vorquartale liegt das Vorsteuerergebnis für die ersten neun Monate aber noch mit 64 (Vorjahreszeitraum: 305) Millionen Euro im Plus. Nach Steuern stand Ende September ein Gewinn von 41 (265) Millionen Euro.

Die Lehman-Pleite und die Insolvenz der US-Bank Washington Mutual führten bei der Helaba zu Ausfällen im "niedrigen zweistelligen Millionenbereich". Auch in Island, in dem kriselnde Banken massiv vom Staat gestützt werden mussten, ist die Landesbank mit "weniger als 20 Millionen Euro" engagiert. Einige Institute mussten ihr Island- Engagement zumindest zum Teil abschreiben.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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