Krisenticker Tiefe Einschnitte bei Opel

Sparer haben im vergangenen Monat 45 Milliarden Euro aus Fonds abgezogen. Die BayernLB braucht vier Milliarden Euro Soforthilfe und wird womöglich Angestellte entlassen. Und Opel bekommt Sparvorgaben von General Motors. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

19.55 Uhr: Die Bayerische Landesbank steht nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" vor Einschnitten. Es sei geplant, die Geschäfte drastisch zu beschneiden, um das Institut zu sanieren. Dessen Finanzloch ist in nur einem Monat um vier Milliarden auf rund zehn Milliarden Euro gewachsen. Die Bank braucht nun vom Freistaat vier Milliarden Euro, um ihre Eigenkapitalquote auf die Mindestgröße von 8 Prozent zu bringen. Nur dann hätte die Bayerische Landesbank formal Chancen auf Bundeshilfen.

19.30 Uhr: Spanien will die Autoindustrie des Landes mit 800 Millionen Euro stützen. Das Geld ist Teil eines elf Milliarden schweren Konjunkturprogramms, mit dem Spaniens Regierung im kommenden Jahr 300.000 neue Arbeitsplätze schaffen will. Volkswagen  hatte zuletzt die Produktion bei seiner spanischen Tochter Seat gedrosselt. Zudem produziert die General-Motors-Tochter Opel in Zaragoza. Derweil hat der angeschlagene Opel-Mutterkonzern General Motors (GM)  harte Einsparungen für seine Belegschaft in Europa angekündigt.

19.00 Uhr: Durch kürzere Arbeitszeiten und Einschnitte im Gehalt müssten die Arbeitskosten um mindestens 10 Prozent gesenkt werden, schrieb GM-Europachef Carl-Peter Forster am Donnerstag in einem Brief an die Opel-Mitarbeiter. Entlassungen solle es zunächst aber nicht geben. Die Belegschaft warf der Konzernführung hingegen Missmanagement vor und verlangte konkrete Zukunftspläne. Opel beschäftigt in Deutschland rund 30.000 Menschen.

18.00 Uhr: Deutsche Anleger haben Vertrauen in Investmentfonds verloren. Mitten in der Finanzkrise zogen sie im Oktober mehr als 45 Milliarden Euro aus Fonds ab. Das hat der Fondsverband errechnet. Vor allem Geldmarktfonds verzeichneten zuletzt Abflüsse.

16.50 Uhr: Die Europäische Kommission hat die Finanzspritze der Niederlande zugunsten der Versicherungsgruppe Aegon  über drei Milliarden Euro in Wertpapieren genehmigt. Die Hilfe sei angemessen und verursache keine unverhältnismäßigen Wettbewerbsverzerrungen, urteilte die Brüsseler Behörde.

16.02 Uhr: Trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise rutschen die Bundesbürger laut einer Studie vorerst nicht massiv in die Schulden. Für 2009 sei bislang keine kritische Entwicklung bei der Verschuldung und Überschuldung von Privatleuten zu erwarten, teilt die Auskunftei Schufa am Donnerstag in Berlin mit. Ihr Privatverschuldungsindex für Anzeichen von Kreditschwierigkeiten dürfte wie bereits in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr stabil bleiben.

15.41 Uhr: Die Aktienstrategen der WestLB sehen für den Dax im zweiten Halbjahr 2009 einen Silberstreif am Horizont. "Es wird erst schlechter, ehe es besser wird", sagte der Leiter Aktien- und Portfoliostrategie, Martin Gilles, am Donnerstag in Frankfurt. "Es wird zunächst weiter Unsicherheit herrschen, wie tief der Einbruch bei Konjunktur und Unternehmensgewinnen tatsächlich ausfallen wird." Der Dax könne deshalb zunächst neue Tiefen ausloten und im ersten Halbjahr bis auf 3800 Punkte fallen.

15.27 Uhr: Bundesfinanzminister Peer Steinbrück rechnet mit einem baldigen Anstieg des Euro-Kurses. Der Grund für den derzeit im Vergleich zum Dollar sinkenden Wert des Euro sei, dass die US-Anleger derzeit ihre Anlagen repartiierten. Der Euro war in den vergangenen Monaten auf unter 1,30 US-Dollar von mehr als 1,60 US-Dollar gefallen. Am Donnerstag notierte er bei 1,29 Dollar.

14.50 Uhr: Nach Angaben der Europäischen Zentralbank nehmen die Kredite an Unternehmen mittlerweile weniger stark zu als in den wirtschaftlich besseren Vormonaten. Das Plus in den Ausleihungen sank im Jahresvergleich von 12,2 Prozent im September auf 11,9 Prozent im Oktober. Grund dafür ist nach Meinung vieler Ökonomen die nachlassende Konjunktur.

14.05 Uhr: Daimler-Angestellten droht im nächsten Jahr Kurzarbeit. Von Januar bis April 2009 könnten Mitarbeiter in Sindelfingen, Berlin, Bremen und Düsseldorf betroffen sein, sagte eine Unternehmenssprecherin. Auch in anderen Werken des Konzerns soll über eine mögliche Verkürzung der Arbeitszeit gesprochen werden. Grund sei der schwache Autoverkauf.

ArcelorMittal streicht 9000 Arbeitsplätze

13.42 Uhr: Der britische Einzelhandel rutscht in die Krise. Die mit mehr als 800 Geschäften in vielen britischen Einkaufsstraßen vertretene Traditionskette Woolworths  musste am Donnerstag Gläubigerschutz anmelden - nur einen Tag, nachdem die große Möbelkette MFI auch zu diesem Schritt gezwungen wurde. Mehr als 30.000 Arbeitsplätze stehen damit auf der Kippe. Die deutsche Woolworth-Kette gehört nicht zu dem britischen Konzern und ist damit von diesem Schritt nicht betroffen.

13.30 Uhr: Der weltgrößte Stahlkonzern ArcelorMittal  will bis zu 9000 Arbeitsplätze streichen. Grund sei der weltweit sinkende Stahlnachfrage. Viele Staaten rutschen derzeit in eine Rezession.

13.15 Uhr: Das Bundesfinanzministerium muss der Europäischen Kommission für 2010 einen erwarteten Anstieg des deutschen Staatsdefizits auf 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts melden, nach einem Minus in den Staatskassen von etwa 0,5 Prozent im nächsten Jahr. Grund sind die Finanzhilfen und Konjunkturausgaben Deutschlands in der Finanzkrise. Bis 2012 wird ein Rückgang der Defizitquote auf wieder 0,5 Prozent erwartet.

12.35 Uhr: Der Schweizer Staat rettet die größte Bank des Landes. Das Rettungspaket für das Geldhaus sieht insgesamt 68 Milliarden Franken (derzeit fast 44 Milliarden Euro) vor, wovon 62 Milliarden Franken zur Übernahme von Problembeständen der UBS  von der Schweizerischen Nationalbank bereitgestellt werden. Die UBS gehört zu den europäischen Banken mit den höchsten Verlusten im Zuge der Weltfinanzkrise.

11.36 Uhr: Die Aussicht auf eine sinkende Nachfrage hat den Ölpreis am Donnerstag belastet. Das Fass US-Öl der Sorte WTI verbilligte sich um 1,7 Prozent auf 53,50 Dollar, Nordseeöl der Sorte Brent wurde 1,6 Prozent billiger zu 53,02 Dollar gehandelt.

11.30 Uhr: Ungeachtet der düsteren Konjunkturaussichten blickt die deutsche Pharmaindustrie optimistisch in die Zukunft. Fast drei Viertel der 46 im Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) zusammengeschlossenen Firmen erwarten für 2009 einen Umsatzanstieg. Im vergangenen Jahr waren es nur 59 Prozent, geht aus der am Donnerstag in Berlin veröffentlichen VFA-Branchenprognose hervor. Mit einem Umsatzminus rechnen 12,5 Prozent der Unternehmen.

EU-Wirtschaftsstimmung auf 15-Jahres-Tief

11.07 Uhr: In Großbritannien haben Häuserpreise ihren Sinkflug im November fortgesetzt. Im Vergleich zum Vormonat seien die Preise um 0,4 Prozent zurückgegangen, teilte die größte Bausparkasse Großbritanniens, Nationwide, am Donnerstag in London mit. Dies war der zwölfte Preisrückgang in Folge. Im Jahresvergleich sanken die Preise um 13,9 Prozent.

11.03 Uhr: Die Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt gewähren ihrer Landesbank NordLB Garantien von bis zu zehn Milliarden Euro jährlich. Ziel sei es, Wettbewerbsnachteile für die NordLB auszugleichen und ihr zu helfen, den regionalen Unternehmen benötigte Kredite zu vergeben, sagte Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) am Donnerstag in Hannover. Eine Fusion der NordLB mit einer anderen Landesbank lehnte er erneut ab.

11.00 Uhr: Die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone hat sich im November abermals kräftig eingetrübt und ist auf ein 15-Jahres-Tief gesunken. Der Economic Sentiment Index (ESI) sei von revidiert 80,0 Punkten im Vormonat auf 74,9 Punkte gesunken, teilte die Europäische Kommission am Donnerstag in Brüssel mit. Dies ist der niedrigste Stand der Kennzahl seit August 1993.

10.50 Uhr: Die Dynamik auf dem deutschen Arbeitsmarkt hat sich nach Erkenntnissen der Bundesagentur für Arbeit in den vergangenen Wochen abgeschwächt. "Die Signale für eine Verschlechterung kommen bei uns an", sagte Vorstandschef Frank-Jürgen Weise in Nürnberg. So gebe es viele Unternehmensanfragen zum Kurzarbeitergeld. Zahlreiche Firmen hätten angekündigt, dass sie Mitarbeiter entlassen müssten.

10.10 Uhr: Nach deutlichen Kurssprüngen im frühen Handel haben die Börsen in China am Donnerstag nur leicht im Plus geschlossen. Neue Sorgen um die wirtschaftliche Entwicklung und um die Gewinne von Firmen drückten die Kurse im Handelsverlauf. Dennoch schloss der Leitindex der Börse in Shanghai rund ein Prozent fester bei 1917 Punkten. Zu Handelsbeginn war er noch um 6,5 Prozent nach oben geschossen. Der Hang-Seng-Index legte 1,4 Prozent zu auf 13.552 Zähler.

10 Uhr: Im Streit der Großaktionäre um die Macht bei VW hat das Landgericht Hannover dem Land Niedersachsen recht gegeben und eine Klage von Porsche  abgewiesen. Es geht um die 20-Prozent-Sperrminorität in der VW-Satzung, die Niedersachsen mit seinem entsprechend hohen Aktienanteil ein Veto-Recht bei wichtigen Entscheidungen sichert. Porsche wird aller Voraussicht nach Berufung einlegen.

9.45 Uhr: Der Dax  baut seine Gewinne im frühen Handel auf 2,2 Prozent aus und notiert wieder deutlich über der Marke von 4600 Punkten. Besonders gefragt sind Daimler , Deutsche Bank  und Allianz . Der Dow Jones  hatte gestern knapp 3 Prozent fester geschlossen: Damit hält die Kurserholung in New York schon vier Tage - trotz zuletzt schlechter Nachrichten vom US-Häusermarkt. Am heutigen Thanksgiving-Feiertag wird an der Wall Street nicht gehandelt.

Nokia verlässt Japan

8.45 Uhr: Der weltgrößte Handyhersteller Nokia  zieht sich vom japanischen Markt zurück. Die Geschäfte in Japan würden mit Ausnahme der Edel-Marke "Vertu" eingestellt, teilte Nokia mit. Der finnische Handyproduzent hielt weniger als ein Prozent an dem Markt in Fernost und konnte sich nicht gegen die Produkte der japanischen Konkurrenten durchsetzen. Auf dem Weltmarkt hat Nokia einen Anteil von 40 Prozent beim Verkauf von Mobiltelefonen.

8.35 Uhr: Der japanische Elektronikkonzern Panasonic muss wegen des Konjunkturabschwungs seine Gewinnprognose drastisch zusammenstreichen. Im bis Ende März 2009 laufenden Geschäftsjahr werde der Nettogewinn voraussichtlich mit umgerechnet rund 250 Millionen Euro 90 Prozent geringer ausfallen als bislang geplant, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Der Konzern senkte sein operatives Gewinnziel um rund 40 Prozent. An der Börse in Tokio gingen die Aktien entgegen dem allgemeinen Trend mit einem Abschlag von 4,7 Prozent aus dem Handel.

8.30 Uhr: Der Dax  dürfte heute mit Gewinnen in den Handel starten. Der US-Leitindex Dow Jones  hat gestern im späten Handel deutlich zugelegt und knapp drei Prozent fester geschlossen.

7.44 Uhr: Die Ölpreise haben am Donnerstag nachgegeben. Im asiatischen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Januar im elektronischen Handel 53,50 US-Dollar und damit 94 Cent weniger als am Vortag. Die kräftige Erholung an den Aktienmärkten hatte den Ölpreis am Mittwoch um rund 7 Prozent in die Höhe getrieben. Auch der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent sank am Donnerstag. Ein Fass Brent-Öl kostete zuletzt 52,89 Dollar und damit 1,03 Dollar weniger als am Vortag.

7.15 Uhr: Gestützt auf gute Vorgaben von der Wall Street und aus dem asiatischen Handel erwarten Händler für Donnerstag einen festen Dax  . Sie taxieren den Leitindex am Morgen 1,32 Prozent fester bei 4620 Punkten. An den US-Börsen hatten Schnäppchenjäger vor dem heutigen Feiertag "Thanksgiving" zugegriffen und die schwachen Konjunkturdaten in den Hintergrund gedrängt. Der Dow Jones schloss knapp 3 Prozent fester, die Nasdaq Composite gar 4,6 Prozent fester. Die Vorgaben der asiatischen Börsen sind trotz der Terrorserie in Bombay ebenfalls freundlich: Der japanische Nikkei  schloss mit einem Plus von 2 Prozent, der Hang-Seng-Index stieg zuletzt gar um 3,56 Prozent.

7.07 Uhr: Jenoptik will seine Mitarbeiter im ersten Quartal nächsten Jahres in Kurzarbeit schicken. Wie Unternehmenssprecherin Katrin Lauterbach MDR 1 Radio Thüringen am Donnerstag in Erfurt sagte, beträfe dies mehr als 100 Beschäftigte im Bereich Optik. Grund sei die schlechte Geschäftsentwicklung in der Halbleiterindustrie, für die die betroffenen Mitarbeiter optische Systeme herstellen würden. Wie lange die Kurzarbeit andauern soll, sei noch unklar.

6.28 Uhr: Wegen der Anschlagsserie in Bombay bleiben die indischen Finanzmärkte am heutigen Donnerstag geschlossen. Es war unklar, wie lange die Schließung dauern wird. Bei den nach Polizeiangaben koordinierten Angriffen mehrerer Gruppen bewaffneter Männer wurden mindestens 101 Menschen getötet. Ein Polizeisprecher sagte, am Donnerstag seien in der Umgebung von zwei Luxushotels noch immer Schüsse zu hören gewesen. Die Angreifer hätten mehrere Geiseln genommen, die genaue Zahl sei nicht bekannt.

5.15 Uhr: Die US-Notenbank hat die Übernahme der Bank Merrill Lynch durch die Bank of America am späten Mittwochabend genehmigt. Nach eingehender Untersuchung sei man zu der Entscheidung gekommen, dass das Fusionsvorhaben wahrscheinlich keine signifikanten wettbewerbsbeschränkenden Folgen auf einem der betroffenen Märkte habe, teilte Federal Reserve (Fed) mit. Nach ihren Angaben wird das aus dem Zusammenschluss entstehende Unternehmen Vermögenswerte von 2,7 Billionen Dollar verwalten.

Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.