Sonntag, 18. August 2019

Krisenticker Tiefe Einschnitte bei Opel

Sparer haben im vergangenen Monat 45 Milliarden Euro aus Fonds abgezogen. Die BayernLB braucht vier Milliarden Euro Soforthilfe und wird womöglich Angestellte entlassen. Und Opel bekommt Sparvorgaben von General Motors. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

19.55 Uhr: Die Bayerische Landesbank steht nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" vor Einschnitten. Es sei geplant, die Geschäfte drastisch zu beschneiden, um das Institut zu sanieren. Dessen Finanzloch ist in nur einem Monat um vier Milliarden auf rund zehn Milliarden Euro gewachsen. Die Bank braucht nun vom Freistaat vier Milliarden Euro, um ihre Eigenkapitalquote auf die Mindestgröße von 8 Prozent zu bringen. Nur dann hätte die Bayerische Landesbank formal Chancen auf Bundeshilfen.

19.30 Uhr: Spanien will die Autoindustrie des Landes mit 800 Millionen Euro stützen. Das Geld ist Teil eines elf Milliarden schweren Konjunkturprogramms, mit dem Spaniens Regierung im kommenden Jahr 300.000 neue Arbeitsplätze schaffen will. Volkswagen Börsen-Chart zeigen hatte zuletzt die Produktion bei seiner spanischen Tochter Seat gedrosselt. Zudem produziert die General-Motors-Tochter Opel in Zaragoza. Derweil hat der angeschlagene Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) Börsen-Chart zeigen harte Einsparungen für seine Belegschaft in Europa angekündigt.

19.00 Uhr: Durch kürzere Arbeitszeiten und Einschnitte im Gehalt müssten die Arbeitskosten um mindestens 10 Prozent gesenkt werden, schrieb GM-Europachef Carl-Peter Forster am Donnerstag in einem Brief an die Opel-Mitarbeiter. Entlassungen solle es zunächst aber nicht geben. Die Belegschaft warf der Konzernführung hingegen Missmanagement vor und verlangte konkrete Zukunftspläne. Opel beschäftigt in Deutschland rund 30.000 Menschen.

18.00 Uhr: Deutsche Anleger haben Vertrauen in Investmentfonds verloren. Mitten in der Finanzkrise zogen sie im Oktober mehr als 45 Milliarden Euro aus Fonds ab. Das hat der Fondsverband errechnet. Vor allem Geldmarktfonds verzeichneten zuletzt Abflüsse.

16.50 Uhr: Die Europäische Kommission hat die Finanzspritze der Niederlande zugunsten der Versicherungsgruppe Aegon Börsen-Chart zeigen über drei Milliarden Euro in Wertpapieren genehmigt. Die Hilfe sei angemessen und verursache keine unverhältnismäßigen Wettbewerbsverzerrungen, urteilte die Brüsseler Behörde.

Schufa-Auskunft: Die Deutschen sitzen nicht in der Verschuldungsfalle
Schufa-Auskunft: Die Deutschen sitzen nicht in der Verschuldungsfalle
16.02 Uhr: Trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise rutschen die Bundesbürger laut einer Studie vorerst nicht massiv in die Schulden. Für 2009 sei bislang keine kritische Entwicklung bei der Verschuldung und Überschuldung von Privatleuten zu erwarten, teilt die Auskunftei Schufa am Donnerstag in Berlin mit. Ihr Privatverschuldungsindex für Anzeichen von Kreditschwierigkeiten dürfte wie bereits in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr stabil bleiben.

15.41 Uhr: Die Aktienstrategen der WestLB sehen für den Dax im zweiten Halbjahr 2009 einen Silberstreif am Horizont. "Es wird erst schlechter, ehe es besser wird", sagte der Leiter Aktien- und Portfoliostrategie, Martin Gilles, am Donnerstag in Frankfurt. "Es wird zunächst weiter Unsicherheit herrschen, wie tief der Einbruch bei Konjunktur und Unternehmensgewinnen tatsächlich ausfallen wird." Der Dax könne deshalb zunächst neue Tiefen ausloten und im ersten Halbjahr bis auf 3800 Punkte fallen.

15.27 Uhr: Bundesfinanzminister Peer Steinbrück rechnet mit einem baldigen Anstieg des Euro-Kurses. Der Grund für den derzeit im Vergleich zum Dollar sinkenden Wert des Euro sei, dass die US-Anleger derzeit ihre Anlagen repartiierten. Der Euro war in den vergangenen Monaten auf unter 1,30 US-Dollar von mehr als 1,60 US-Dollar gefallen. Am Donnerstag notierte er bei 1,29 Dollar.

14.50 Uhr: Nach Angaben der Europäischen Zentralbank nehmen die Kredite an Unternehmen mittlerweile weniger stark zu als in den wirtschaftlich besseren Vormonaten. Das Plus in den Ausleihungen sank im Jahresvergleich von 12,2 Prozent im September auf 11,9 Prozent im Oktober. Grund dafür ist nach Meinung vieler Ökonomen die nachlassende Konjunktur.

14.05 Uhr: Daimler-Angestellten droht im nächsten Jahr Kurzarbeit. Von Januar bis April 2009 könnten Mitarbeiter in Sindelfingen, Berlin, Bremen und Düsseldorf betroffen sein, sagte eine Unternehmenssprecherin. Auch in anderen Werken des Konzerns soll über eine mögliche Verkürzung der Arbeitszeit gesprochen werden. Grund sei der schwache Autoverkauf.

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