Ebay Feller wird neuer Deutschland-Chef

Das Online-Auktionshaus Ebay bekommt einen neuen Deutschlandchef. Nachfolger von Stefan Groß-Selbeck wird Frerk-Malte Feller, der bisher für den deutschen Ebay-Marktplatz zuständig war.

Berlin/Hamburg - Der langjährige Ebay-Deutschland-Geschäftsführer Stefan Groß-Selbeck wechselt an die Spitze des Online-Netzwerks Xing. Bei Xing wechselt Gründer Lars Hinrichs von der Firmenspitze in den Aufsichtsrat. Das Karrierenetzwerk, bei dem sich Nutzer Profile anlegen und miteinander kommunizieren können, habe eine Größe erreicht, die eine neue Art von Unternehmensführung nötig mache, sagte er am Montag zur Begründung.

Beide Unternehmen wiesen Spekulationen über einen unfreiwilligen Abschied der bisherigen Unternehmenschefs zurück. Ein Ebay-Sprecher sagte, er könne Gerüchte, die US-Konzernführung sei unzufrieden mit der Entwicklung des Deutschland-Geschäfts gewesen, klar dementieren.

Auch Hinrichs wies Spekulationen über einen Streit innerhalb des Unternehmens über die Nutzung von Xing-Mitgliederdaten zurück. "Alle Gerüchte darüber jeglicher Art sind frei erfunden und entbehren jeder Grundlage", sagte er. Sein Wechsel in den Aufsichtsrat sei monatelang geplant gewesen. In Groß-Selbeck sehe er einen "idealen Nachfolger".

Hinrichs hatte Xing in den vergangenen fünf Jahren aufgebaut. Zuletzt hatte die Online-Plattform 6,5 Millionen Nutzer und etwa 170 Mitarbeiter. Das Unternehmen war Ende 2006 an die Börse gegangen und hat derzeit einen Marktwert von rund 135 Millionen Euro. Hinrichs will an seiner Beteiligung von rund 28 Prozent festhalten. "Ich bin der größte Einzelaktionär und habe nicht vor, dies zu ändern", sagte er.

Bei Ebay  befindet sich das Deutschland-Geschäft derzeit im Umbau. Dabei sollen unter anderem Aufgaben wie das Marketing vom Deutschland-Sitz in Berlin nach Bern und London verlagert werden. Deutschland ist für Ebay gemessen am Umsatz der zweitgrößte Markt nach den USA.

Anfang Oktober hatte Ebay auch den Abbau von 100 der damals rund 1250 Stellen in Deutschland angekündigt. Weltweit streicht das Auktionshaus etwa 1000 Arbeitsplätze - 10 Prozent der Belegschaft. Der US-Konzern kämpfte zuletzt mit schwächeren Wachstumsraten sowie einem verhaltenen Gewinnwachstum.

Feller hatte im März dieses Jahres die Leitung des Kerngeschäfts mit der deutschen Handelsplattform übernommen. Zuvor hatte er rund vier Jahre lang den Ebay-Bezahldienst PayPal in Deutschland, Österreich und der Schweiz geführt.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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