Ignaz Walter Bewährungsstrafe für Ex-Baulöwen

Der frühere Chef des Augsburger Walter-Bau-Konzerns, Ignaz Walter, ist vom Amtsgericht Augsburg wegen Untreue zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr verurteilt worden. Außerdem muss Walter eine halbe Million Euro an insgesamt 20 gemeinnützige Einrichtungen zahlen.

Augsburg - Wegen unrechtmäßiger Rechnungen an seinen früheren Konzern hat das Augsburger Amtsgericht den Ex-Baulöwen Ignaz Walter zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Gegen den früheren Augsburger Bauunternehmer sei ein Strafbefehl wegen Untreue verhängt worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Walter sei rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung sowie zu einer Geldstrafe von 500.000 Euro an gemeinnützige Einrichtungen verurteilt worden.

Die Behörde bestätigte damit einen Bericht der "Augsburger Allgemeinen" (Freitag). Danach soll Walter seinem früheren Konzern und dessen Aktionären einen Schaden von rund 311.000 Euro zugefügt haben. Das Urteil erging als Strafbefehl, den Walter akzeptierte. Es ist damit rechtskräftig.

Die Staatsanwaltschaft hatte ihre Anklage zurückgezogen, nachdem Walter den verursachten Schaden eingeräumt hatte und alle Forderungen des Insolvenzverwalters im Rahmen des Ermittlungsverfahrens geregelt worden waren. Der Walter-Bau-Konzern war Anfang 2005 pleitegegangen.

Von den damals rund 3900 Beschäftigten hatten etwa 600 sofort ihren Arbeitsplatz verloren, weitere 1900 waren in eine Transfergesellschaft gewechselt. Rund 12 000 Gläubiger hatten eine Gesamt-Forderungssumme von 3,4 Milliarden Euro angemeldet.

Der Insolvenzverwalter Werner Schneider hatte Walter auf eine Rückzahlung von rund 14 Millionen Euro verklagt. Inzwischen haben sich beide Seiten nach Angaben von Walters Münchner Anwalt in fast allen Angelegenheiten verglichen. Von den ursprünglich geforderten 14 Millionen stünden noch höchstens 1,5 Millionen Euro im Raum, sagte Rechtsanwalt Wolf-Rüdiger Bub. Alle Verfahren seien bis auf zwei Fälle abgeschlossen. Walter hat inzwischen seine unter Zwangsverwaltung gestellte Konzernzentrale in Augsburg für rund 8,2 Millionen Euro zurück ersteigert.

manager-magazin.de mit Material von dpa und ap

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