Goldman Sachs/UBS Chefs verzichten auf Boni

Lloyd Blankfein verzichtet wie sechs weitere Goldman-Sachs-Topmanager auf seinen Bonus. Im vergangenen Jahr hatte der Chef der US-Investmentbank noch die Rekordsumme von 68 Millionen Dollar kassiert. Auch Blankfeins Kollegen von der UBS müssen auf ihren Bonus verzichten.

Washington - Nicht nur Lloyd Blankfein verzichtet. Neben dem Goldman Sachs-Sachs-Chef wollten noch sechs weitere Top-Manager der größten US-Investmentbank auf ihre Erfolgsprämien verzichten. Das teilte ein Sprecher der Bank  am Sonntag mit. Grund sei das schlechte Abschneiden des Instituts im laufenden Geschäftsjahr, das im November endet.

Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein krasser Gegensatz: 2007 hatte Blankfein trotz des Ausbruchs der Finanzkrise noch 68 Millionen Dollar an Boni erhalten - ein Rekord an der Wall Street. Blankfein erhielt seine Jahresprämie zusätzlich zu einem Festgehalt von vergleichsweise bescheidenen rund 600.000 Dollar. Vom Bonus selbst bekam der Spitzenbanker 26,8 Millionen Dollar in bar. Die übrigen 41,1 Millionen Dollar erhielt er als Paket aus später einlösbaren Aktien und Optionen.

In diesem Jahr musste die Bank wegen der Finanzkrise schwere Verluste hinnehmen. Der Aktienkurs stürzte um 70 Prozent ab. Ende Oktober erhielt Goldman Sachs  rund zehn Milliarden Dollar aus dem Banken-Rettungspaket der US-Regierung. Die Regeln für die Inanspruchnahme des Pakets schreiben auch eine Beschränkung von Bonuszahlungen für die Vorstandsvorsitzenden vor. Wie hoch die Boni in diesem Jahr für die Goldman-Sachs-Spitze ausgefallen wären, ist noch unklar.

Auch der Schweizer Bankkonzern UBS streicht nach Milliardenverlusten dem Verwaltungsratspräsidenten Peter Kurer und der Konzernleitung um CEO Marcel Rohner den Bonus. Auch für den Rest des Kaders und die Mitarbeiter hat der schlechte Geschäftsgang Lohneinschnitte zur Folge, teilte UBS am Montag mit. Selbst die Mitarbeiter der immer noch profitablen Vermögensverwaltung kommen nicht ungeschoren davon, auch wenn die für die Verluste verantwortliche Investmentbank stärker bluten muss.

Als erste große europäische Bank will die UBS zudem das Lohnsystem für die oberen Führungskräfte und Börsenhändler völlig umkrempeln. Für diese 2 bis 3 Prozent der rund 80.000 UBS-Angestellten soll es in Zukunft nur einen Bonus geben, wenn die Bank langfristig erfolgreich ist. Höchstens ein Drittel des Baranteils des Bonus soll in einem ersten Schritt ausbezahlt werden; der Rest geht auf ein Sperrkonto und kann bei künftigen Verlusten gekürzt werden. Der Aktienanteil der Boni soll erst nach drei Jahren in den Besitz der Manager übergehen.

Der Verwaltungsratspräsident erhält in Zukunft nur noch den Fixlohn. Dieser beläuft sich bei Kurer gegenwärtig auf zwei Millionen Franken (rund 1,3 Millionen Euro).

Mit dem neuem Modell will der weltweit größte Vermögensverwalter von seinem zu kurzfristigen Anreizsystem wegkommen, das vor allem Investmentbanker dazu verleitet hatte, zu hohe Risiken einzugehen. Im Zuge der Kreditkrise musste die Bank über 50 Milliarden Franken auf Anlagen im US-Immobilienmarkt abschreiben und drei Mal das Kapital verstärken. Zuletzt musste sogar der Schweizer Staat dem einstigen Vorzeigeunternehmen zu Hilfe eilen.

Ex-CEO Peter Wuffli, der im Sommer 2007 entlassen wurde, hatte eine Abgangsentschädigung von 25 Millionen Franken erhalten. Wuffli hatte kürzlich erklärt, er wolle auf rund die Hälfte der Summe verzichten. Im Zentrum der Kritik steht aber vor allem der abgetretene Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel, der den Konzern jahrelang geprägt hatte.

In Deutschland hatte bereits Deutsche-Bank Chef Josef Ackermann einen Verzicht auf seine Bonuszahlungen angekündigt. Commerzbank-Chef Martin Blessing, dessen Institut auf den Rettungsplan der Bundesregierung zugreift, muss sich sein Grundgehalt gemäß den Vorschriften des Plans auf 500.000 Euro deckeln lassen.

manager-magazin.de mit Material von dpa

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.