DIHK Nachfolger für Braun gefunden

Der bisherige DIHK-Vize Hans Heinrich Driftmann soll Nachfolger des amtierenden Präsidenten Ludwig Georg Braun werden. Der bodenständige Familienunternehmer ist seit 1990 Chef des Haferflockenherstellers Kölln und seit Jahren Berater diverser Politiker in Schleswig-Holstein.

Berlin - Hans Heinrich Driftmann soll Nachfolger des scheidenden DIHK-Präsidenten Ludwig Georg Braun werden. Das habe Braun der Vollversammlung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages vorgeschlagen, teilte der DIHK am Freitag mit. Der neue Präsident solle am 26. März 2009 gewählt werden. Braun darf nach acht Jahren an der Spitze des Verbandes nicht noch einmal kandidieren.

Mit Deutschlands "Flockenkönig" dürfte auch in den kommenden Jahren ein prominenter Familienunternehmer an der Spitze der Kammerorganisation stehen. Die vertritt immerhin etwa 3,6 Millionen Firmen im In- und Ausland. Driftmann weiß, was auf ihn zukommt: Schließlich ist er seit 2005 einer der stellvertretenden DIHK-Präsidenten. Der 60jährige Elmshorner Unternehmer führt seit 1990 als persönlich haftender Gesellschafter den Haferflockenherstellers Peter Kölln KGaA (Köllnflockenwerke).

Das Unternehmen beschäftigt gut 300 Mitarbeiter und setzt jährlich mehr als 120 Millionen Euro um. Doch eigentlich, so wird berichtet, wollte Driftmann Pastor werden. Doch dem Willen seines Vaters folgend absolvierte er erst einmal eine Ausbildung bei der Bundeswehr. Dort wat er zuletzt Ausbilder im Generalstab. Seine religiöse Grundhaltung hat Driftmann behalten. Insofern eint ihn auch in diesem Punkt etwas mit dem amtierenden DIHK-Präsidenten Braun.

Mit Driftmann werden die Köllnflockenwerke, deren Führung der Unternehmer von seinem Schwiegervater Ernsthermann Kölln übernahm, in sechster Generation von der Familie geführt. Zudem ist der designierte DIHK-Präsident seit langem in einer Vielzahl von Ehrenämtern aktiv. So ist er Präsident der Vereinigung der Unternehmerverbände in seinem Heimat-Bundesland, Präsidiumsmitglied bei der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA) und Honorarkonsul von Venezuela. Auch in Sozialverbänden und Wissenschaftsinstitutionen ist er aktiv. Außerdem berät Driftmann seit Jahren Politiker aus Schleswig-Holstein. Angeboten, als Minister in den Landtag einzuziehen, konnte Driftmann aber stets widerstehen.

Als es um den Job des DIHK-Präsidenten ging, wo Driftmann künftig einer der maßgeblichen Stimmen der deutschen Wirtschaft gegenüber Kanzlerin Angela Merkel und der Politik insgesamt darstellt, war er aber bereit. "Wenn es auf mich zuläuft, dann werde ich mich der Verantwortung nicht entziehen", sagte er dem "Hamburger Abendblatt".

manager-magazin.de mit Material von reuters

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