Citigroup Chefaufseher unter Druck

Die anhaltenden Probleme des US-Finanzkonzerns Citigroup könnten einem Zeitungsbericht zufolge Verwaltungsratschef Winfried Bischoff den Job kosten. Der in Deutschland geborene Bischoff erfülle seine Aufgabe nicht ausreichend, heißt es. Künftig solle Citigroup-Chef Vikram Pandit schärfer kontrolliert werden.

New York - In der Führung der Citigroup  formiert sich einem Zeitungsbericht zufolge Widerstand gegen Chef-Aufseher Winfried Bischoff. Einige Mitglieder des Direktoriums wollten den in Deutschland geborenen Manager von seinem Posten abberufen. Das meldete das "Wall Street Journal" am Donnerstag.

Grund sei die Unzufriedenheit über die Lage der mit Milliardenverlusten kämpfenden US-Großbank. "Ich bin mir nicht sicher, ob es so kommt, aber eine Ablösung Bischoffs scheint wahrscheinlich", zitiert das Blatt eine mit der Angelegenheit vertraute Person.

In einer seiner seltenen Mitteilungen dementierte das Direktorium den Bericht als vollkommen abwegig und versicherte Bischoff seine absolute Unterstützung. Das Führungsgremium freue sich, auch künftig unter dessen Leitung zu arbeiten.

Wie viele der Direktoren für eine Ablösung seien, sei unklar, berichtete dagegen das Wirtschaftsblatt. Als Kandidat für die Nachfolge des langjährigen Citigroup-Bankers werde aber bereits Richard Parsons gehandelt. Der Chef-Aufseher des Medienkonzerns Time Warner sitzt auch im Direktorium der Bank, ist aber selbst kein Banker. Das Gremium, das Funktionen des Aufsichtsrats und Vorstands vereint, dringe auf eine bessere Kontrolle des Vorstandsvorsitzenden Vikram Pandit, berichtete die Zeitung weiter.

Die Bank zählt mit Abschreibungen und Verlusten in Milliardenhöhe weltweit zu den größten Opfern der Finanzkrise. Der Börsenwert fiel binnen Jahresfrist um mehr als 70 Prozent auf zuletzt unter zehn Dollar. Die Bank zog zudem gerade den Kürzeren im erbitterten Übernahmekampf um die US-Großbank Wachovia .

Dem "Wall Street Journal" zufolge hält die Citigroup trotz ihrer starken Belastungen aber weiter Ausschau nach Zukäufen. So habe sie Interesse an der US-Regionalbank Chevy Chase, die hauptsächlich im Großraum der US-Hauptstadt Washington tätig ist. Beide Institute waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

Mehr lesen über