Donnerstag, 19. September 2019

Krisenticker Dow legt deutlich zu

Die Allianz glaubt nicht mehr, ihre Gewinnziele für 2008 und 2009 ohne eine Börsenerholung zu erreichen. Barack Obama will mit einem Konjunkturpaket die lahmende US-Wirtschaft stärken. Amerikas Anleger verbuchen heute deutliche Kursgewinne, obwohl die Wirtschaftsdaten des Landes schlecht sind. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

22.40 Uhr: Der Versicherungskonzern Allianz Börsen-Chart zeigen hat in den ersten neun Monaten dieses Jahres in seinem fortgeführten Geschäft 4,2 Milliarden Euro verdient. In der gleichen Vorjahresperiode waren es 6,1 Milliarden Euro. Das Unternehmen warnt, dass die eigenen Gewinnziele für dieses und das kommende Jahr nur im Falle einer umfassenden Aktienkurserholung erreichbar sei.

22.00 Uhr: Der New Yorker Aktienmarkt hat am Freitag deutlich fester geschlossen. Der Dow-Jones-Index Börsen-Chart zeigen der Standardwerte notierte zum Handelsschluss mit einem Plus von 2,85 Prozent bei 8943 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 930 Stellen, einem Plus von 2,86 Prozent. Und der Composite-Index Börsen-Chart zeigen der Technologiebörse Nasdaq Börsen-Chart zeigen gewann 2,41 Prozent und ging mit 1647 Punkten aus dem Handel. Damit ziehen die Kurse trotz schwacher US-Konjunkturdaten an: In den USA sind so viele Menschen arbeitslos, wie seit März 1994 nicht mehr.

Will entschieden handeln: Barack Obama plant Konjunkturprogramm
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Will entschieden handeln: Barack Obama plant Konjunkturprogramm
21.35 Uhr: Der designierte US-Präsident Barack Obama hat ein umfangreiches Programm zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise in Amerika in Aussicht gestellt. Beispielsweise soll die Arbeitslosenhilfe ausgebaut und Steuern für die Mittelklasse gesenkt werden. Ein gesondertes Hilfspaket für die angeschlagenen US-Autokonzerne stehe ebenfalls auf der Agenda.

21.00 Uhr: Angesichts der Konjunkturentwicklung geht der frühere Chef der US-Notenbank , Alan Greenspan, vor weiteren Kursrückgängen an den Börsen aus. Es widerstrebe ihm zu sagen, dass die Talsohle bei den Aktienbörsen bereits erreicht sei. Zudem rechne er damit, dass das US-Bruttoinlandsprodukt im laufenden Quartal deutlich sinken werde. Greenspan stand von 1987 bis 2006 an der Spitze der amerikanischen Zentralbank.

20.40 Uhr: Nach Angaben der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen haben die Banken in Deutschland ihre Bedingungen bei der Vergabe für Immobilienkredite an private Hausherren bisher nicht verschärft, um auf die eigene schwierigere Refinanzierung der Geldhäuser in der Finanzkrise zu reagieren.

20.15 Uhr: Angesichts seiner enormen Kapitalprobleme hat der US-Autobauer General Motors Börsen-Chart zeigen die Gespräche zur Übernahme des Wettbewerbers Chrysler vorerst beendet. Ein Zukauf habe in der näheren Zukunft keine Priorität, sagte der Chef des Opel-Mutterkonzerns, Rick Wagoner, am Freitag in einer Telefonkonferenz. GM wolle sich stattdessen völlig auf seine Finanzlage konzentrieren.

Keine Knappheit: Immobilienkredite in Deutschland nicht nur zu verschärften Bedingungen zu bekommen
19.30 Uhr: Die Prognosen für die Entwicklung deutsche Konjunktur haben sich nach Angaben der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) stark eingetrübt. Der Indikator für die deutsche Wirtschaft sei im September im Vergleich zum Vormonat um 2,3 Punkte auf 93,2 Punkte gefallen und damit so kräftig wie in keinem anderen G7-Staat. Der Indikator für alle sieben führenden Industriestaaten sank demnach auf 94,3 Punkte nach 95,9 Punkten im August. Der Monat September habe zyklische Abschwünge auf einem Niveau erlebt wie nie zuvor in diesem Jahrzehnt, hieß es weiter.

19.15 Uhr: Islands Handelsminister Bjorgvin Sigurdsson hat angekündigt, dass neues Personal für die Vorstände der vom Staat geretteten Geldhäuser Landsbanki, Glitnir und Kaupthing gefunden sei. Zudem funktioniere das Bankensystem Islands wieder, sagte Ministerpräsident Geir Haarde.

18.35 Uhr: Europas zweitgrößter Stahlproduzent Corus kürzt wegen der Konjunkturschwäche seine Stahlproduktion. Bis Ende März 2009 werde die Herstellung um 30 Prozent gedrosselt. Vorübergehend würden Hochöfen in Großbritannien und den Niederlanden heruntergefahren. Erst am Vortag hatte Corus angekündigt, 400 Jobs in Großbritannien zu streichen. Corus gehört dem indischen Konzern Tata Steel.

17.45 Uhr: Die Börsen beruhigen sich nach den Irritationen um GM wieder. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen, dessen Plus zeitweise auf 0,9 Prozent geschrumpft war, legt wieder um 1,5 Prozent zu. In Frankfurt schließt der Dax Börsen-Chart zeigen bei 4948 Zählern, ein Plus von 2,6 Prozent.

Sorgte für Irritationen: GM lieferte seine Zahlen mit 30 Minuten Verspätung - dies ließ viele Anleger bereits das Schlimmste befürchten
17.25 Uhr: Nun doch die Zahlen: General Motors Börsen-Chart zeigen gibt einen Quartalsverlust von 2,5 Milliarden Dollar für das abgelaufene dritte Quartal bekannt. Der Umsatz fiel um mehr als 10 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Für das abgelaufene Quartal soll keine Dividende gezahlt werden. Außerdem will GM weitere Stellen streichen und sich bis Ende 2009 5 Milliarden Dollar frisches Kapital beschaffen. Die Aktie rutscht nach Wiederaufnahme des Handels um rund 10 Prozent ins Minus.

17.15 Uhr: Aktien des schwer angeschlagenen Autoriesen General Motors Börsen-Chart zeigen sind vom Handel ausgesetzt. Seit mehr als einer halben Stunde warten Anleger auf die angekündigte Bilanz für das dritte Quartal. Das Unternehmen ließ diese Frist verstreichen. Zuletzt notierte GM noch 0,8 Prozent im Plus bei 4,84 Dollar.

16.50 Uhr: Die Staatschefs der Europäischen Union haben sich auf eine gemeinsame "gemeinsame Position" zur Reform des internationalen Finanzsystems verständigt. Das teilte der amtierende EU-Ratsvorsitzende und französische Präsident Nicolas Sarkozy mit. Die EU werde auf dem kommenden Weltfinanzgipfel in Washington schärfere Regeln für den Finanzmarkt und eine umfassende Finanzaufsicht fordern, sagte Sarkozy.

16.35 Uhr: Der Frankfurter Dax Börsen-Chart zeigen peilt die 5000-Punkte-Marke an. Zuvor hatte Amerikas bedeutendstes Kursbarometer Dow Jones Industrial Börsen-Chart zeigen deutliche Kursgewinne verbucht, obwohl die jüngsten Arbeitslosenzahlen für Amerika schlecht ausgefallen sind. "Der Dow hatte seit Mittwoch knapp 1000 Punkte verloren, nun folgt trotz schlechter Nachrichten eine Gegenreaktion", sagte ein Händler.

16.05 Uhr: Wegen der Finanzkrise häufen sich für Airbus wie für den Konkurrenten Boeing Börsen-Chart zeigen Abbestellungen und Verschiebungen von Aufträgen. Alleine im Oktober verbuchte Airbus 71 Abbestellungen, doppelt so viele wie in den gesamten neun Monaten zuvor. Noch schadet das nicht direkt: Derzeit hat Airbus mehr als 3700 Flugzeuge in den Auftragsbüchern und ist damit auf ein halbes Jahrzehnt ausgebucht.

Steigende Arbeitslosigkeit: In Amerika gingen im Laufe des Jahres 1,2 Millionen Jobs verloren
15.25 Uhr: In den USA sind so viele Menschen arbeitslos, wie seit März 1994 nicht mehr. Im Oktober gingen 240.000 Stellen verloren, die Quote stieg damit auf 6,5 Prozent, wie die US-Regierung am Freitag in Washington mitteilte. Der Oktober war der zehnte Monat in Folge, in dem sich die Zahl der Arbeitsplätze verringerte. Seit Jahresbeginn ging die Zahl der Beschäftigten in Amerika um 1,2 Millionen zurück.

15.00 Uhr: Die Deutsche Beteiligungs AG schreibt wegen der Finanzkrise erstmals seit sechs Jahren rote Zahlen. Hauptgrund für den Einbruch sind die drastisch gesunkenen Werte für die Beteiligungen, die das im Kleinwertesegment SDax gelistete Unternehmen quartalsweise beziffern muss. Angesichts der Kursverluste an den Börsen hatte die DBAG einen Verlust im Geschäftsjahr zuletzt nicht mehr ausgeschlossen.

13.30 Uhr: Mitten in der Tarifauseinandersetzung der Metall- und Elektroindustrie hat die IG Metall nach eigenen Angaben einen ersten Einzelvertrag mit einem Unternehmen abgeschlossen. Der Maschinenhersteller Pallmann im pfälzischen Zweibrücken habe sich verpflichtet, seinen rund 400 Beschäftigten 5,2 Prozent mehr Lohn zu zahlen, berichtete am Freitag der Frankfurter Bezirksvorsitzende Armin Schild. Das Unternehmen sei hervorragend ausgelastet und wolle sich aus dem Tarifstreit heraushalten. Ein Firmensprecher in Zweibrücken wollte den Vorgang nicht kommentieren.

12.15 Uhr: Die notleidenden US-Autobauer General Motors, Ford und Chrysler rufen nach neuen Staatshilfen in Milliardenhöhe, da sie unter dramatischen Kapitalproblemen leiden. Die drei Hersteller benötigen laut US-Medienberichten kurzfristig 50 Milliarden Dollar. Bei einem Autogipfel in Washington hätten die Konzerne am von Spitzenpolitikern rasche Hilfe in dieser Höhe erbeten. Rund 25 Milliarden Dollar bräuchten die Hersteller, um zahlungsfähig zu bleiben, berichtete Bloomberg am Freitag. Noch einmal so viel Geld sei akut für Beiträge zur Krankenversicherung der Beschäftigten nötig. Die Bush-Regierung hatte den US-Autobauern bereits 25 Milliarden Dollar zinsgünstiger Kredite genehmigt. Nun soll der Staat nachlegen.

11.37 Uhr: Bei der Kreditvergabe legen Deutschlands Banken einer Umfrage zufolge nach der Zuspitzung der Finanzkrise zum Teil deutlich strengere Maßstäbe an. Das gelte insbesondere für Unternehmen. Allerdings wurden die Regeln im dritten Quartal nicht so stark verschärft wie in den anderen Ländern des Euro-Raums, teilte die Deutsche Bundesbank am Freitag in Frankfurt mit.

Absatzflaute: Mercedes leidet, Smart legt zu
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Absatzflaute: Mercedes leidet, Smart legt zu
11.15 Uhr: Der Autobauer Daimler hat im Oktober weltweit deutlich weniger Autos verkauft als vor einem Jahr. Der Absatz der Sparte Mercedes-Benz Cars sei um 18,1 Prozent auf 93.800 Fahrzeuge gefallen, teilte Daimler am Freitag mit. Die Kleinwagenmarke Smart konnte dabei um 6,5 Prozent auf 11.300 zulegen und damit aber den 20,6-prozentigen Einbruch der Marke Mercedes-Benz teilweise kompensieren. Über beide Marken hinweg fiel der Rückgang in den USA prozentual gesehen am stärksten aus. Kurz zuvor hatte bereits BMW einen Absatzeinbruch von 8,3 Prozent gemeldet.

10.30 Uhr: Der im Dax notierte Industriegasespezialist Linde teilt mit, dass die Commerzbank Börsen-Chart zeigen ihren Anteil an Linde auf nunmehr 4,7 Prozent reduziert hat. Erst vor wenigen Tagen hatte sich die Commerzbank, die die Übernahme der Dresdner Bank finanzieren muss, von Anteilen an dem Bauunternehmen Hochtief getrennt.

10.00 Uhr: Der Dax Börsen-Chart zeigen notiert nach einer Stunde Handel noch 0,8 Prozent im Plus. Eine Erholung ist eine Wette darauf, dass der monatliche US-Arbeitsmarktbericht besser ausfällt als erwartet: Volkswirte erwarten, dass außerhalb der Landwirtschaft rund 200.000 Jobs gestrichen worden sind.

Im Rückwärtsgang: Stahlproduktion in Deutschland
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Im Rückwärtsgang: Stahlproduktion in Deutschland
09.28 Uhr: Die deutschen Hüttenwerke haben im Oktober weniger Roheisen und auch weniger Rohstahl produziert als im Vorjahresmonat. Die Erzeugung von Roheisen fiel nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Freitag um 1,8 Prozent auf rund 2,6 Millionen Tonnen. Die Produktion von Rohstahl ging um 7,7 Prozent auf 3,9 Millionen Tonnen zurück.

09.05 Uhr: Der Dax Börsen-Chart zeigen eröffnet mit rund 0,5 Prozent im Plus bei 4840 Punkten. Die leichte Erholung ist überraschend, da die Indizes an der Wall Street im späten Handel ihre Verluste deutlich ausgebaut hatten. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen hat seit Mittwoch knapp 1000 Punkte eingebüßt.

08.49 Uhr: Der Online-Broker Comdirect Börsen-Chart zeigen hat im vergangenen Monat von den Turbulenzen an den Börsen profitiert. Die Zahl der ausgeführten Kauf- und Verkaufaufträge für Wertpapiere stieg im Oktober im Vergleich zu September um über 47 Prozent auf 1,2 Millionen, wie die Tochter der Commerzbank Börsen-Chart zeigen am Freitag mitteilte.

08.31 Uhr: Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im August deutlich gesunken. Ohne Nordrhein-Westfalen (NRW) sei die Zahl der Unternehmensinsolvenzen um 8,7 Prozent zurückgegangen, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit.Die Gesamtzahl der Unternehmensinsolvenzen habe bei 2.333 gelegen.

08.15 Uhr: Trotz Finanzkrise und weltweiten Abschwungs sind die deutschen Exporte im September gestiegen. Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6,9 Prozent auf 87,1 Milliarden Euro zu, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Im August hatte es noch ein Minus von 2,2 Prozent gegeben. Auch im Vergleich zum Vormonat gab es kalender- und saisonbereinigt ein Plus von 0,7 Prozent. Die von Reuters befragten Volkswirte hatten hier einen Zuwachs von 0,4 Prozent gerechnet.

Prognose zurückgenommen: Die Münchener Rück
07.40 Uhr: Die Münchener Rückversicherung Börsen-Chart zeigen hat angesichts der Finanzmarktkrise ihre bereits gesenkte Gewinnerwartung für das Gesamtjahr zurückgenommen. "Angesichts der erheblichen Aktienkursverluste wird der Jahresgewinn wahrscheinlich zwei Milliarden Euro, das entspricht zehn Euro Gewinn je Aktie, nicht erreichen", teilte der Rückversicherer am Freitag in München mit. Eine belastbare Prognose sei wegen der anhaltenden Volatilität der Märkte nicht möglich.

Freitag, 07.19 Uhr: Wachsende Konjunktursorgen und die schwachen Vorgaben von Wall Street hat die Börse in Tokio am Freitag die Vortagesverluste weiter ausgeweitet. Der Leitindex Nikkei Börsen-Chart zeigen sackte um 3,55 Prozent auf 8583 Punkte ab. Die Gewinnwarnung von Toyota habe den Markt belastet, sagten Händler. Auch die Aufwertung des Yen zum Dollar und zum Euro habe die Stimmung gedämpft. Vereinzelt seien Leerverkaufspositionen eingedeckt worden; das habe den Markt seine Verluste verringern lassen. Allerdings hätten die Anleger gezögert, sich stärker zu engagieren, weil sie die US-Arbeitsmarktdaten abwarten wollten. Die Daten werden am Berichtstag um 14.30 MEZ veröffentlicht. Die Aktien von Toyota gingen um 9,2 Prozent schwächer bei 3.400 Yen aus dem Handel.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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