Fuchs Petrolub Vorstand wächst, Ergebnis schrumpft

Lutz Lindemann und Ralph Rheinboldt werden zum Jahreswechsel in den Fuchs-Petrolub-Vorstand berufen. Sie werden für die Regionen Europa sowie Asien-Pazifik und Afrika zuständig sein. Gleichzeitig senkte Stefan Fuchs, der Chef des Schmierstoffherstellers, die Ergebnisprognosen für 2008.

Mannheim - Der Schmierstoffhersteller Fuchs Petrolub  hat seinen Vorstand von vier auf sechs Mitglieder aufgestockt. Lutz Lindemann und Ralph Rheinboldt würden mit Wirkung zum 1. Januar 2009 in den Vorstand bestellt, teilte die im MDax  notierte Gesellschaft am Donnerstag in Mannheim mit. Die Schaffung eigenständiger Vorstandsressorts für die Regionen Europa sowie Asien-Pazifik und Afrika machten eine tiefer gehende Fokussierung innerhalb des Vorstands möglich, hieß es zur Begründung.

Gleichzeitig musste das Unternehmen seine Prognosen zurücknehmen. Nach mehreren Rekordjahren in Folge bekommt Fuchs Petrolub die Konjunkturflaute zu spüren. Eine Prognose für 2009 traute sich Vorstandschef Stefan Fuchs am Donnerstag nach einem schwächeren dritten Quartal nicht zu. "Momentan wäre es fahrlässig, sich da festzulegen", sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Weil das Management inzwischen auch sein Gewinnziel für das laufende Jahr kassierte, rauschte die Aktie am Vormittag in den Keller: Sie verlor in der Spitze 16 Prozent.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) werde 2008 wohl anders als ursprünglich vorhergesagt nicht über, sondern unter dem Niveau des Vorjahres (195 Millionen Euro) liegen, teilte Fuchs Petrolub mit. Im Schlussquartal sei ein deutlicher Nachfragerückgang insbesondere der Kunden aus der Autoindustrie zu erwarten, hieß es zur Begründung. Das Unternehmen produziert unter anderem Öl für Automatikgetriebe. Allerdings beliefere der Konzern nicht nur die Pkw-Branche, sondern habe auch Kunden in der Bergbauindustrie und Landwirtschaft, sagte Vorstandschef Fuchs. Ein Personalabbau oder die Reduzierung von Leiharbeitern - wie von vielen Autozulieferern zuletzt angekündigt - sei deshalb aktuell kein Thema.

Im dritten Quartal fiel der Betriebsgewinn auf 46,1 (Vorjahreszeitraum: 51,0) Millionen Euro und lag damit unter den Analystenerwartungen. Nach neun Monaten trat Fuchs Petrolub mit einem Ebit von knapp 145 Millionen Euro auf der Stelle. Die Umsatzerlöse legten dagegen im abgelaufenen Vierteljahr wie am Markt erwartet auf 365 (345) Millionen Euro zu. Mit Blick auf das kommende Jahr erklärte Fuchs, es sei nicht ausgeschlossen, dass der weltweite Schmierstoffmarkt schrumpfe. Für 2008 geht er bestenfalls noch von einer Steigerung um 0,5 Prozent aus.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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