Fortis Chefwechsel nach zwei Monaten

Karel de Boeck wird Anfang Dezember neuer Fortis-Chef. De Boeck folgt auf Filip Dierckx, der erst Ende September das Ruder bei dem angeschlagenen niederländisch-belgischen Finanzkonzern übernommen hatte. Nur durch eine Teilverstaatlichung konnte Fortis vor der Pleite gerettet werden.

Amsterdam - Der teilverstaatlichte niederländisch-belgische Finanzkonzern Fortis  bekommt einen neuen Chef. Karel de Boeck werde Amtsinhaber Filip Dierckx zur Aktionärsversammlung am 2. Dezember ablösen, teilte Fortis am Mittwoch mit. Dann solle auch ein neuer Verwaltungsrat gewählt werden.

Dierckx hat erst vor wenigen Wochen das Ruder bei Fortis von Vorstandschef Herman Verwilst übernommen. Seit Anfang Oktober kontrolliert der niederländische Staat das heimische Banken- und Versicherungsgeschäft von Fortis. Weil dem Mehrländer-Konzern das Geld auszugehen drohte, war ein zweites Eingreifen des Staates binnen weniger Tage erforderlich.

Die Regierungen Belgiens, der Niederlande und Luxemburgs legten Ende September insgesamt 11,2 Milliarden Euro für die Rettung der Großbank auf den Tisch. Belgien übernahm für 4,7 Milliarden Euro 49 Prozent der Anteile des belgischen Bankzweigs von Fortis. Die Niederlande investierten vier Milliarden Euro für 49 Prozent an der Fortis Bank Niederlande. Luxemburg zahlte für 49 Prozent der Aktien an der Fortis Banque Luxembourg 2,5 Milliarden Euro.

Knapp eine Woche nach der teilweisen Verstaatlichung des Finanzinstituts übernahm die Regierung der Niederlande Anfang Oktober die Kernaktivitäten von Fortis und zahlte dafür 16,8 Milliarden Euro. Mit dem vollständigen Erwerb der Fortis Bank Nederland übernahm die Regierung in Den Haag auch den Anteil an der niederländischen Großbank ABN Amro . Die Niederländer kauften damit auch die Versicherungsunternehmen Fortis Verzekeringen Nederland und Fortis Corporate Insurance.

Wenige Tage später erwarb die französische Bank BNP Paribas einen Anteil von 75 Prozent an Fortis Belgien. Außerdem kaufte BNP Paribas 66 Prozent der Fortis-Bank in Luxemburg. Im Gegenzug erhielt Belgien einen 11,7-prozentigen Anteil an BNP durch die Ausgabe neuer Aktien im Wert von 8,25 Milliarden Euro.

Fortis hatte 2007 die niederländische Bank ABN Amro in einem Konsortium mit der Royal Bank of Scotland  und der spanischen Bank Santander  gekauft und sich damit übernommen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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