Manfred Balz Später Karriereschub

Der Chefjustiziar der Telekom, Manfred Balz, konnte sich eigentlich schon fast auf den Ruhestand vorbereiten. Doch die Serie von Datenpannen bescherte ihm einen späten Karriereschub. Der Aufsichtsrat berief den erfahrenen Juristen in der vergangenen Woche in den Vorstand, wo er für Datenschutz und Recht zuständig sein wird.

Bonn - Dass die Berufung erst im zweiten Anlauf klappte - Mitte Oktober hatte das oberste Konzerngremium die Abstimmung verschoben - dürfte den kulturinteressierten Manfred Balz nicht stören. Seit April 1997 ist er bei der Deutschen Telekom  und hat dort als oberster Anwalt mit vielen kniffligen Fällen zu tun gehabt.

So ziehen sich die Klagen von Investoren im Zusammenhang mit den Börsengängen und der Übernahme des US-Mobilfunkers VoiceStream über Jahren hin. Balz setzte sich zumeist für den harten Weg ein, also den Gang durch alle Gerichtsinstanzen.

Bei der Mehrheitsübernahme des Mobilfunkkonzerns PTC geriet der 63-Jährige dabei auch mit Telekom-Chef René Obermann aneinander. Obermann wollte in seiner damaligen Funktion als T-Mobile-Chef die polnische PTC möglichst schnell übernehmen, wurde aber von Balz gebremst. Der charismatische Jurist strengte Klagen in etlichen Ländern gegen PTC- Miteigner Vivendi  an und scheute auch den Gang zum internationalen Schiedsgericht in Wien nicht

Über die gemeinsame Arbeit in den vergangenen beiden Jahren hätten Obermann und Balz aber ihre Konflikte begraben und könnten gut zusammenarbeiten, heißt es in Unternehmenskreisen. Vor seiner Zeit bei der Deutschen Telekom war Balz unter anderem Chefsyndikus der Treuhandanstalt.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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