Balda Druck verschärft sich

Der angeschlagene Handyausrüster Balda kommt nicht aus den roten Zahlen. Der Vorstand kündigte für das laufende Jahr erneut einen Verlust an. Auch das Umsatzziel wird offenbar deutlich verfehlt.

Düsseldorf - Balda  müsse allein rund 29 Millionen Euro an Abschreibungen verkraften. Schon 2007 war ein Fehlbetrag von 73 Millionen Euro aufgelaufen. Vorstandschef Joachim Gut hält auch das Umsatzziel von 414 Millionen Euro nicht mehr für erreichbar, nachdem bis Ende September nur 207 Millionen Euro umgesetzt wurden.

In den ersten neun Monaten 2008 verbuchte Balda unter dem Strich im fortgeführten Geschäft 17,2 Millionen Euro Verlust nach einem Überschuss von 2,1 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Bei einer nachgebenden Kaufbereitschaft der Verbraucher hätten sich der Wettbewerb und der Preisdruck im Kerngeschäft mit Handyschalen und bei berührungsempfindlichen Bildschirmen (Touchscreens) verschärft, begründete Gut die Aussichten.

Zudem verliefen in Indien die Geschäfte so schwach, dass der Ausstieg aus dem Markt in Betracht gezogen werde. Auch Brasilien stehe unter Beobachtung; das Marktumfeld habe sich dort nachhaltig verschlechtert. Die Standorte in China indes wüchsen und arbeiteten profitabel.

Mit Blick auf die bereits mehrfach in Aussicht gestellte Einigung mit den Banken über eine neue Finanzstruktur steht Balda zunehmend unter Druck. Die Kreditgeber haben nur bis Ende November ihr Stillhalten zugesichert. Es geht um Verbindlichkeiten von rund 80 Millionen Euro. Zur Finanzierung des laufenden Geschäfts hatte Balda jüngst beschlossen, seinen 50-prozentigen Anteil am Touchscreen-Geschäft TPK auf 38 Prozent zu reduzieren. Dabei sollte TPK eigentlich das künftige Kerngeschäft werden. Einer der Balda-Großaktionäre, der Finanzinvestor Audley, hatte gewarnt, Balda stünde ohne TPK vor dem Aus.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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