Hugo Boss Neue Heimat Escada

Der Modekonzern Hugo Boss verliert einen weiteren Manager an Escada. COO Bill Scott wechselt zur Konkurrenz nach München. Dort hat der Ex-Hugo-Boss-Chef und amtierende Escada-Lenker Bruno Sälzer schon seinen Ex-Kollegen Werner Lackas mit offenen Armen empfangen. Helfen konnte die Hugo-Boss-Riege dem Modekonzern bisher nicht.

Metzingen - Bei Deutschlands größtem Modekonzern Hugo Boss  geht das Stühlerücken im Management weiter. US-Chef Tony Lucia und der für das operative Geschäft zuständige COO Bill Scott hätten das Unternehmen verlassen, sagte ein Sprecher des Metzinger Modehauses am Freitag und bestätigte damit einen Bericht des "Handelsblatts".

Nach dem Einstieg des Finanzinvestors Permira waren in den vergangenen Monaten bereits mehrere Manager gegangen. Im Februar nahm Vorstandschef Bruno Sälzer nach Differenzen mit Permira seinen Hut. Außerdem verließen Finanzvorstand Joachim Reinhardt, Produktionsvorstand Werner Lackas und Aufsichtsratschef Giuseppe Vita das Unternehmen. Permira hält rund 90 Prozent an Hugo Boss. 2007 verbuchte der Konzern ein Rekordjahr mit 1,6 Milliarden Euro Umsatz und 220 Millionen Euro Gewinn.

Bill Scott sei wie vor ihm Sälzer und Lackas zu Escada  nach München gewechselt, bestätigten beide Unternehmen. Zur neuen Aufgabe von Tony Lucia machten beide Modehäuser keine Angaben. Das "Handelsblatt" hatte berichtet, auch Lucia sei zu Escada gegangen. Ein Boss-Sprecher sagte: "Es gibt keine Abwanderung von Hugo Boss zu Escada. Das ist im normalen Rahmen."

Helfen konnten die Es-Hugo-Boss-Manger dem in der Krise steckende Modekonzern Escada bisher allerdings nicht. Der Konzernverlust dürfte im Gesamtjahr 2007/08 (Ende Oktober) mindestens so hoch ausfallen wie im Vorjahr. Im Geschäftsjahr 2006/07 hatte Escada ein Minus von 27 Millionen Euro ausgewiesen.

Seit Juli dieses Jahres wird Escada von Sälzer geleitet. Der Modemanager ist bereits der dritte Escada-Chef innerhalb von zweieinhalb Jahren. Unter seinen Vorgängern war es Escada nicht gelungen, mit den Kollektionen den Geschmack der Kundinnen zu treffen. Vom weltweiten Boom der Luxusmode konnte der Konzern nicht profitieren. Der russische Oligarch Rustam Aksenenko hält mehr als 20 Prozent an dem Modekonzern.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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