Mittwoch, 19. Juni 2019

Premiere Chef Börnicke schmeißt hin

Knall auf Fall legt Michael Börnicke den Vorstandsvorsitz bei dem kriselnden Bezahlsender Premiere nieder. Rupert Murdoch, erst seit kurzem der größte Einzelaktionär, schickt als Ersatz einen Getreuen aus dem Aufsichtsrat.

München - Der Vorstandsvorsitzende des Bezahlsenders Premiere Börsen-Chart zeigen, Michael Börnicke, ist zurückgetreten. Der Aufsichtsrat habe mit sofortiger Wirkung Mark Williams als Vertreter von Rupert Murdochs News Corporation Börsen-Chart zeigen zum Vorstandsvorsitzenden bestellt, teilte das Unternehmen am Mittwochabend in München mit.

Bild der Vergangenheit: Börnicke bei der Premiere-Hauptversammlung im Juni
Williams ist derzeit Finanzvorstand Europa und Asien der News Corporation und war bisher Mitglied des Aufsichtsrats der Premiere AG. Die News Corporation hält 25,1 Prozent an dem im MDax Börsen-Chart zeigen notierten Sender.

Börnicke erklärte, er habe sich aus persönlichen Gründen entschieden, den Vorstandsvorsitz zur Verfügung zu stellen. In den vergangenen Monaten habe das Management wichtige Weichen gestellt, um Premiere wieder auf einen langfristigen und nachhaltigen Wachstumskurs zu führen.

Williams erklärte, er freue sich auf die Zusammenarbeit mit dem Managementteam, um den Erfolg von Premiere sicherzustellen. Es gebe ein großes Potenzial für Pay-TV in Deutschland.

Dem Bezahlsender setzen nach eigenen Angaben seit längerem "Schwarzseher" zu, die die Verschlüsselung umgehen und die Programme kostenlos sehen. Börnicke hatte vor wenigen Wochen eine großangelegte Werbekampagne angekündigt, um neue Kunden zu locken und im kommenden Jahr wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Im zweiten Quartal hatte der Sender 38 Millionen Euro Verlust geschrieben.

Beobachter hatten seit einiger Zeit damit gerechnet, dass Murdoch der Geduldfaden reißen könnte. Börnicke werden unternehmensintern nicht nur die schlechten Zahlen, sondern auch Missmanagement und sein ungelenkes Auftreten vorgehalten.

manager-magazin.de mit Material von ddp und reuters

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