Alitalia Vespa-Chef führt Retter an

16 Investoren wollen mit einer Milliarde Euro die marode italienische Fluggesellschaft Alitalia retten. An der Spitze der neuen Betreibergesellschaft soll Medienberichten zufolge Roberto Colaninno stehen - der Milliardär ist Chef des Vespa-Herstellers Piaggio.

Rom - Die Rettung der maroden italienischen Fluglinie Alitalia  geht in die entscheidende Runde: Medienberichten zufolge wurde jetzt für die Sanierung der Airline eine neue Betreibergesellschaft mit dem Namen "Compagnia Aerea Italiana" gegründet.

Sie werde vom Chef des Vespa-Herstellers Piaggio, Roberto Colaninno, geführt und sei von insgesamt 16 italienischen Investoren ins Leben gerufen worden, berichtete die Zeitung "La Repubblica" am Mittwoch. Diese wollen den Angaben zufolge etwa eine Milliarde Euro in das angeschlagene Unternehmen investieren, zudem werde auch noch ein internationaler Partner gesucht, hieß es.

Einem Plan der als Berater verpflichteten Banca Intesa  zufolge will die Betreibergesellschaft nur die rentablen Bereiche der Airline übernehmen, die unrentablen Aktivitäten mit den Altschulden sollen von dem neuen Unternehmen abgespalten werden. Der Name Alitalia soll hingegen auch künftig die Flugzeuge des Konzerns zieren. Mindestens 5000 Arbeitsplätze sollen gekürzt und die Flotte um dutzende Flugzeuge verkleinert werden.

Zuletzt hatte es geheißen, Italien ziehe als mögliche Partner die Lufthansa , British Airways  sowie den Ex-Bieter Air France-KLM  in Betracht. Die Lufthansa hatte jedoch davor wiederholt betont, Alitalia müsse sich einer umfassenden Restrukturierung unterziehen, bevor an ein Engagement zu denken sei. Eine Fusion mit einer ausländischen Konzern scheiterte vor allem am Widerstand der Gewerkschaften. Derzeit überlebt die noch zu 49,9 Prozent in Staatsbesitz befindliche italienische Gesellschaft nur durch einen Überbrückungskredit der Regierung.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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