Donnerstag, 17. Oktober 2019

Coaching Was das Profi-Training bringt

2. Teil: "Niemand ist eine Insel"

"Niemand ist eine Insel"

Düwer schwört auf die systemische Methode: Jeder agiere in Systemen, ob in der Familie, im Freundeskreis oder im Unternehmen – "niemand ist eine Insel". Auch der Berater selbst wiederum wird Teil des Systems. "Das ist unvermeidbar", sagt Düwer, der Coach müsse aber neutral agieren.

Die Methodenvielfalt beim Coaching dürfte so groß sein wie die Zahl der Anbieter. Zur Anwendung kommt das Psychodrama, die Transaktionsanalyse und NLP (Neurolinguistisches Programmieren). In der praktischen Arbeit kommen Frage- und Gesprächstechniken, Rollen- und Karriereanalysen, Zielklärungsmethoden, Prozesse der Entscheidungsfindung, Entspannungstechniken, aber auch provokative Methoden und noch viele weitere Techniken zur Anwendung.

Manager, die ein Coaching suchen, sollten sich zunächst über ihre eigenen Ziele im Klaren sein, rät Düwer: Geht es um "persönliches Wachstum" oder um Führungsthemen? "Was zählt, ist die Agenda des Klienten", so der Berater. "Der Coach ist ein verschwiegener Vertrauter" – eine Konstellation, die in der Praxis durchaus Zündstoff birgt. Dann nämlich, wenn ein Unternehmen seinen Mitarbeitern ein Coaching bezahlt und in der Beratung sich etwa ein Wechsel des Arbeitgebers als mögliche Alternative erweist.

Für den gecoachten Manager dürfte sich indes die systematische Unterstützung in der Regel rentieren: "Stellen Sie sich eine Beziehung vor, die ganz auf Sie fokussiert ist und auf die Möglichkeiten, wie Sie Ihre Ziele erreichen", sagt Düwer, "keine andere Beziehung bietet durchgängig diesen hohen Grad an Unterstützung und Ermutigung."

Eine solche Traumbeziehung hat allerdings ihren Preis. Ein Coaching kostet durchaus 2000 Euro am Tag oder mehr. Umso wichtiger ist die Auswahl eines guten Beraters. Interessenten sollten auf die Expertise achten und Mindestanforderungen stellen, rät der Experte.

Wer zum Beispiel Rat in Führungsfragen sucht, sollte einen Berater wählen, der auf dem Gebiet erfahren ist. Ein zertifizierter Coach hat mindestens ein Jahr lang 250 bis 300 Unterrichtseinheiten absolviert. Wer den Stempel der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie im Zeugnis trägt, hat eine bis zu vier Jahre dauernde Ausbildung und 450 bis 600 Unterrichtseinheiten hinter sich.

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